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Wie Du Deine Innere Stimme findest – und was Du davon hast, in „Kontakt“ zu sein

Heute saß ich da und dachte: Kehr, in den letzten Wochen hast Du ja mal nicht so viel gebloggt. Worüber könntest Du denn mal schreiben?

Und spontan fiel mir eine Situation ein, die meine gesamte bisherige Coachingarbeit radikal verändern sollte.

Ich erinnere mich noch gut… es war in einem meiner ersten Online-Trainings und ich „chattete“ mit einem Teilnehmer (ja, richtig gelesen. Meine ersten Seminare habe ich noch mit Live-Chats betrieben. Wir schrieben ja das Jahr Anno 2002, wo Webinartechnologien nicht nur neu, sondern auch kaum bezahlbar waren).

Egal. Wir befanden uns also im Chat, und der Teilnehmer beschrieb mir, wie er von Ängsten heimgesucht wurde, die er sich nicht erklären konnte.

Na, Prost Mahlzeit, dachte ich.

Ängste!

Ich bin Coach. Kein Therapeut.

Und Ängste gehören definitiv nicht in meinen Beritt.

Aber damals spürte ich etwas ungewöhnliches…

…eine Art Impuls, dem Prozess zu folgen.

Und so begann sich ein Szenario zu entfalten, das mir regelrecht den Atem verschlagen sollte.

Die Session starte damit durch, dass Andreas (Name von der Redaktion geändert ;-D) von einer Reihe finanzieller Herausforderungen berichtete, für die er keine richtige Lösung hatte.

So weit, so gut.

Als ich nachhakte, was ihn hindern würde, kam…

Andreas: ich glaube, mein thema ist angst,.. angst etwas nicht gut genug zu machen… ich möchte, was ich tue, gut vielleicht perfekt machen.. und dann schaue ich mir über die schulter und.. es geht nicht so wie ich es möchte…

Soweit erstmal nix Ungewöhnliches. Die üblichen Verdächtigen halt: Sorgen und Zweifel gepaart mit einer ordentlichen Dosis Perfektionismus.

Martin: Wie nimmst Du das wahr?

Andreas: …wie eine Art innerliches Bremsen.

Bingo.

Damit lässt sich arbeiten.

Martin: Wenn Du dieses „Bremsen“ in Dir wahrnimmst …ist das eher ein „Gefühl“ … eine „Stimme“…. oder eine „bildhafte Vorstellung“?

Andreas: eher eine stimme, die ein gefühl in mir erzeugt.

Martin: Ist es eine laute oder eine leise Stimme?

Andreas: eher eine leise stimme, ein flüstern

Martin: „Wo“ hörst Du das Flüstern… Hinter Dir, über Dir, in Dir…?

Andreas: links hinter mir, etwas erhöht

Martin: Danke. Bitte frage mal diese „Stimme“, ob sie Lust hat, sich mit uns zu unterhalten … … denn ich habe den Eindruck, sie hat etwas wichtiges zu sagen.

Andreas: ja, sie will sich mit uns unterhalten

Martin: Danke. Frage bitte Deine Stimme, wie alt sie ist.

Andreas: die stimme ist sehr alt

Das war der Augenblick, in dem ich die Stirn runzelte. In der Regel sind die Stimmen, die uns bremsen, jünger. Nicht selten sogar kindlich.

Egal, dachte ich, weiter im Text.

Martin: Bitte frage die Stimme, wie wir sie nennen sollen, mit welchem Namen sie angesprochen werden möchte.

Andreas: wir sollen sie „beschützer“ nennen

Martin: Ich möchte „Beschützer“ fragen: Warum hast Du bisher Andreas „gebremst“? Wovor wolltest Du ihn beschützen?

Andreas: er soll sich mit höheren dingen beschäftigen… und sich nicht so viel mit dem mammon beschäftigen

Martin: „Beschützer“, ich danke Dir für diese Antwort… … bevor ich Dir weitere Fragen stelle … … wende ich mich kurz an Andreas… Andreas, haben Deine „Probleme“ mit Mammon zu tun? 🙂

Andreas: ja, ganz eindeutig

Martin: Und Du sagst, Du „Musst“ Dich drum kümmern, richtig?

Andreas: richtig

Martin: Ok, danke… Nächste Frage an den „Beschützer“… Du sagst, Andreas: soll sich nicht nur um den Mammon kümmern, sondern auch um „höhere Dinge“… welche meinst Du damit genau?

Andreas: er soll sich um die not anderer menschen kümmern… soll lernen, wie er ihnen helfen kann.

Eine solche Antwort hatte ich in den ganzen zwölf Jahren, seit meiner Erstausbildung als Coach, noch nie bekommen. Warum in aller Welt gab es in Andreas einen Anteil, der wollte, dass er sich von seinen eigenen Sorgen abwendet und sich den Herausforderungen anderer Leute widmet?

Das machte für mich keinen Sinn.

Aber so ist das im Coaching. Manchmal sagen die Klienten Dinge, die über meinen Horizont hinausgehen, und die sich später als genau richtig erweisen. Deswegen meinte ich…

Martin: Verstehe…. Nun wieder eine Frage an Andreas: Was passiert, wenn Du Dich um Deine geschäftlichen „Probleme“ nicht kümmerst?

Andreas: ich verschulde mich noch mehr

Martin: Kann es sein, dass Du dann selbst in Not gerätst?

Andreas: sicher, wenn mein vermögen verbraucht ist

Martin: Nächste Frage an … Beschützer… Wärest Du bereit, Andreas mit voller Kraft zu unterstützen, dass er seine „Mammon-Probleme“ gelöst bekommt, wenn er im Gegenzug dafür sich beginnt, auch höheren Zielen zu widmen?

Der geneigte Leser möge mir verzeihen, dass ich damals die Chuzpe hatte, mit der inneren Stimme einen „Deal“ zu verhandeln. Ich war ja noch jung und unschuldig… 😉

Andreas: das muß ich mir überlegen

Martin: Beschützer… Danke, dass Du bereit bist, darüber nachzudenken …

Andreas: die macht dazu habe ich, und ich werde es tun…und ihn unterstützen

Martin: Gut, aber das ist ja nur eine Seite der Vereinbarung… denn es geht ja auch darum, dass Andreas Dir nicht nur Gehör schenkt… sondern auch Deinem Wunsch nach handelt… deswegen meine nächste Frage an Dich, Beschützer … Was soll Andreas im Gegenzug in den nächsten Tagen tun, damit es auch für Deinen Wunsch konkret weiter geht?

Andreas: er soll sich menschen suchen, die ähnliche aufgaben … haben und sich mit ihnen verbinden

Martin: Wann soll er damit beginnen? Bis wann soll er das erledigt haben?

Andreas: das dauert eine weile und er soll am sonntag damit beginnen

Martin: Andreas… Bist Du bereit, das zu tun?

Andreas: ja, ich werde am sonntag beginnen… wenn ich jetzt noch wüßte wie das gehen soll

Da ich auch nicht den geringsten Schimmer hatte, spielte ich den Ball zurück in die andere Ecke…

Martin: Beschützer… Wie soll Andreas vorgehen?

Andreas: er soll in eine kirche gehen und sich dort umschauen… er wird dann schon erkennen, was er tun soll

Martin: Andreas…reicht das als Antwort?

Andreas: ja, ich glaube schon

Martin: Fällt Dir was auf?

Andreas: nein, nicht direkt

Martin: Merkst Du, dass Du alle Antworten in Dir hast? 🙂

Andreas: da kannst du recht haben, nein du hast sicher recht

Martin: Frag mal Deinen Beschützer, was er Dir rät, wie ihr ab jetzt besser zusammenarbeiten könnt. Was mir wichtig ist: Dass Ihr beide ab jetzt in Kontakt bleibt… denn dann brauchst Du niemand anders mehr, denn es sind alle Antworten in Dir. Verstehst Du? 🙂

Andreas: ja, ich verstehe… ich hatte eben das gefühl, die „eingebung“ , daß ich auf ihn… eingehen soll, mich mit ihm versöhnen… denn er ist ein teil von mir (entschuldige, ich muß jetzt heulen)

Martin: Wir sind alle jetzt bei Dir… in Gedanken und Gefühlen.

Andreas: danke!!

Martin: Kannst Du Dir heute Abend noch etwas Zeit nehmen, Dich mit Deinem „Beschützer“ auszutauschen und zu versöhnen?

Andreas: ja, das brauche ich, das ist ganz wichtig für mich / uns

Ich weiß noch, dass mich diese Begegnung in den Wochen danach immer wieder beschäftigte. Warum in aller Welt hatte dieser Anteil eine solch ungewöhnliche Forderung gestellt?

Einige Wochen später waren wir wieder im Chat.

Martin: Andreas, wie ist es bei Dir?

Andreas: nachdem die Versöhnung mit dem einen inneren Teil erfolgreich war, …haben sich ganz merkwürdige Dinge ergeben: … So kam ich wie durch einen Zufall in eine Kirche, wo eine große Harmonie war, … und es gab einige Leute, die mir spontan ihre Hilfe anboten.

Ich fand diese Antwort damals eher etwas bizarr, muss ich gestehen. Erstens bin ich nicht ein großer Fan von organisierter Religiosität, und zweitens kam mir diese glückliche Fügung etwas zu sehr wie Hollywood vor.

Allerdings musste ich im Laufe der nächsten Jahre immer wieder erleben, dass sich nach Sitzungen mit der inneren Stimme immer wieder glückliche Fügungen aller Art ergeben hatten: Plötzliche Geschäftschancen, die die wie aus dem Nichts auftauchten. Ein Entgegenkommen einer verstrittenen Partei, das vorher undenkbar gewesen war. Die unverhoffte Lösung einer Herausforderung, mit der jemand monatelang gehadert hatte.

Ob das nun „Fügung“ ist, oder ob jemand aufgrund der Veränderung die neurologischen Schaltkreise aktiviert hat, um endlich die Lösungen zu erkennen, die die ganze Zeit dagewesen sind, lasse ich mal dahingestellt. Lösung ist für mich Lösung – ganz egal, woher sie gekommen sein mag.

Andreas: Der andere Punkt ist mein Geschäft: Ich habe die Entscheidung getroffen, aus den bisherigen…Räumen auszuziehen und diese zu vermieten oder besser zu verkaufen … und in die neue Halle umzuziehen. Ich betreibe die Umzugsvorbereitungen sehr intensiv.

Anmerkung: Das war eine der geschäftlichen Herausforderungen, vor der Andreas gestanden hatte.

Andreas: In der Partnerschaft gibt es auch Veränderungen: … Ein neuer Stern (Sternin) ist am Himmel erschienen.

Hallo?

Das ist ja auf der Skala der intensiven Veränderungen fast schon volle Punktzahl, oder nicht?

Nur zu schade, dass sie nicht meinen „genialen“ Coachingkünsten geschuldet waren, sondern leider dem Konto der „Inneren Stimme“ zugebucht werden mussten.

Andreas: Mir ist jetzt ganz klar geworden, dass alles, was ich für meine Zukunft brauche, … schon in mir vorhanden ist. Da ich jetzt Zugang zu meiner Innenwelt habe, sieht das alles sehr gut aus.

OK. Das verbuche ich mal dreisterweise auf meine Haben-Seite. Denn das ist ja auch das Credo meiner Arbeit: Ich will mit coach-your-self.tv (Nomen est omen) Menschen zeigen, wie sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen können. Ohne Guru. Ohne Coach.

Aber das war noch nicht alles:

Andreas: Inzwischen habe ich auch begonnen, Saxophon zu lernen.

Mhm.

Ich glaube, das war der Punkt, an dem ich etwas Wesentliches zu begreifen begann.

Andreas war bis zu dem Coaching sehr auf seine geschäftlichen Probleme fixiert gewesen. Vor allem auf das Finanzielle. Den Mammon, wie seine innere Stimme sagte.

Und so berechtigt eine geschäftliche Denke ist, so sehr kann uns ein zu enger Blickwinkel von etwas Wesentlichem ablenken.

Es geht im Leben nicht nur um „Ich, Mich und Meins“.

Sondern auch darum, mit etwas Tieferem verbunden zu sein.

Einem Brunnen, wenn man so möchte.

Und sobald der Draht nach Innen da ist, sprudeln aus dieser Quelle die Ideen und Inspirationen.

Damals begann sich in mir die Einsicht zu formen, dass die beiden wesentlichen Unterschiede zwischen einem Künstler und einem – scheinbar – unkreativen Menschen lediglich darin besteht, dass der Künstler a) den Weg zur „Quelle“ gefunden und b) gelernt hat, den kreativen Impulsen, die er aus der Quelle schöpft, auf gescheite Weise Ausdruck zu verleihen. Sprich: Das Handwerkliche in Form von Schreiben, Malen, Musizieren, Fotografieren oder was auch immer trainiert zu haben.

Das Handwerk muss man lernen, zugegeben. Aber die Quelle wiederum steht uns allen offen.

Martin: Das sind eine Menge Veränderungen, …

Andreas: Ganz wichtig ist mir, dass die häufigen Panikattacken weg sind.

Martin: Glaubst Du, dass das was mit diesem Kurs zu tun hat?

Andreas: Ich bin überzeugt davon… denn bei dem Chat damals begannen die „Eingebungen“ und „ich vergebe mir“, … und spontan traten die geschilderten Veränderungen ein.

Ehrlich gesagt hielt ich das Ganze damals für einen Einzelfall.

Heute, zehn Jahre später, weiß ich es besser.

Menschen, die den Kontakt nach Innen verloren haben, finden sich plötzlich in einer verstörenden Welt wieder, der unser Verstand kaum gewachsen ist.

Das Leben erscheint chaotisch, sinnlos und un-steuerbar. Als ob wir wie ein Holzstückchen von der Gischt eines wilden Flusses hin und her getrieben werden.

Die natürliche Folge ist, dass wir ängstlich werden. Werden müssen, um genau zu sein.

Denn ohne diese tiefere Führung, die uns zeigt, wie wir mit all dem Chaos richtig umgehen, sind wir wie verlorene Kinder in einer Welt, deren Spielregeln wir einfach nicht verstehen können.

Das ist die schlechte Nachricht.

Aber die gute lautet: Wir alle haben diese Quelle, diesen Brunnen in uns drin.

Wir müssen nur willens sein, uns einzulassen.

Bereit sein, auf die leise, manchmal sogar flüsternde Stimme in unserem Inneren zu hören.

Aber das ist noch nicht alles.

Denn neben dieser einen schlechten und dieser einen guten Nachricht, gibt es noch eine weitere.

Die vielleicht wichtigste dieser Geschichte.

Du findest diesen Zugang, in dem Du etwas wesentliches entwickelst: Dein Mitgefühl.

Das war das Rezept, das Andreas von seiner inneren Stimme erhalten hatte.

Und ich glaube, es spielt keine Rolle, wie wir dieses Mitgefühl zum Ausdruck bringen.

Ob Du zur Kirche gehst, Dein Kind drückst oder jemanden, dem es nicht so gut geht, einfach ein offenes Ohr schenkst: Fühlst Du mit, bist Du in – Kontakt.

Insofern hatten die Beatles also doch recht.

Love is all you need.

Weitere Infos zum Thema „Innere Stimme“

Mehr über die „Innere Stimme“ lernen
Der gratis Schnupperkurs „Finde Deine Innere Stimme“

Der Kurs: Finde Deine Innere Stimme

23 Kommentare

  1. Es gibt nichts Wesentlicheres in Erfahrung zu bringen als seine Innere Stimme und dann den Kontakt zu pflegen damit die Verbindung dauerhaft bleibt.

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  2. Hallo Martin, aus den letzten Newslettern wird mir klar, was es mit „innere Stimme“ auf sich hat. Bin demnächst dabei. Ciao!

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  3. Hallo, ich habe mal etwas ganz Ähnliches erlebt, gerade als ich ziemlich down war habe ich einen kirchlichen Beitrag zugesendet bekommen, der gut passte. Ich habe mir diesen Beitrag zu Herzen genommen und – was soll ich sagen – einige Tage später waren meine Sorgen „Schall und Rauch“…

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  4. Lieber Martin,ja eine sehr berührende Geschichte! Und Du hast recht. es ist ungeheuer wichtig mit dieser Stimme in Kontakt zu bleiben. was aber, wenn sich die Stimme plötzlich entzieht? Ich habe das Gefühl wie in einem Zwischenzustand zu sein, wie eine Verpuppung… Selbst mein Körper hatte mich durch die entsprechenden Erkrankungen zu absolutem Stillstand verdonnert.Nichts,aber auch gar nichts lief mehr… Einfach darauf vertrauen,dass der KOkon sich öffnet und die Stimme klar und deutlich ist?
    Herzliche Grüße Sibylle

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    • Hi Sibylle

      bist Du sicher, dass sich Deine innere Stimme entzogen hat? Oder kann es vielleicht sein, dass Du nicht mehr hingehört hast?

      Krankheit ist ja oft (nicht immer!) ein Weg des Körpers, einen zum Anhalten zu bringen. Einen zur Be“sinn“ung zu bringen.

      Eine Art Notmaßnahme, um uns davor zu bewahren, uns (weiter) in einem Labyrinth von falschen Lebenszielen zu verlaufen.

      Könnte das bei Dir der Fall gewesen sein?

      Antworten
  5. Hi Martin,

    ja genau. Liebe (die für sich selbst und bedingungslos) ist der Schlüssel zu allem. Sie motiviert, verzeiht, inspiriert, öffnet Tore …
    Und dann tritt irgendwie oder irgendetwas immer wieder in dein Leben und lässt dich weiterkommen. Du musst nur offen sein und hinhören. Habe ich selbst erlebt. Auch mit deiner Hilfe.

    LG
    Fabriye

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  6. Lieber Martin,

    Deine Arbeit ist wunderbar…genauso ist es…wir haben alles in uns und Liebe ist die stärkste Kraft für die Verwandlung!

    Herzliche Grüße
    Gabriele

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  7. Lieber Martin, Die Verbindung nach innen ist für jeden Menschen elementar. Wird sie unterbrochen oder blockiert macht sich der Mensch auf den Weg. Dein Arbeit mit der Inneren Stimme ist super schön und klar hier von dir beschrieben. Danke, dass du das teilst.

    Liebe Grüße
    Kornelia

    Antworten
  8. @kehr: da weiß man doch gleich, dass Du aus Ost-Westfalen schreibst, nett.
    Ansonsten bin ich der Meinung, dass mehr Mitgefühl für manche Leute sicher die richtige Lösung ist. Für andere ist es aber eher das Gegenteil, lernen, sich abzugrenzen und sich um sich selbst zuerst kümmern (das gilt vor allem für viele Frauen, aber sicher auch einen bestimmten Typ Mann). Bei diesen Menschen ist die „wahre“ innere Stimme übertönt von einer „äußeren Stimme“ die sich als innere Stimme ausgibt und alles tut, um uns daran zu hindern, die innere Stimme zu finden. Wer sich auf den Weg macht, die wirkliche innere Stimme zu finden, der landet dann manchmal dort, wo sich @Sybille gerade befindet: „Ich habe das Gefühl wie in einem Zwischenzustand zu sein, wie eine Verpuppung.“ Der alte Kompass geht nicht mehr, der neue noch nicht. Meine Erfahrung: durchhalten, ist wie Wildwasserfahren, Kopf über Wasser halten und auf die Steine achten :-).

    Antworten
  9. Hallo Martin,

    eine sehr inspirierende Geschichte. Danke. Sie zeigt, wie wichtig das Innehalten und Hinhören ist. Das ist ein Stück Selbstliebe, das wir uns geben können.

    Herzliche Grüße,
    Verena

    Antworten
  10. Ist alles schön und gut und ich glaube auch, dass das geht. Aber die Kernfrage wird nie direkt angegangen: wie erkennt man die innere Stimme. Wie kann man sie von dem anderen Getöse trennen und erkennen?

    Antworten
  11. Hallo Martin,
    ja, es half etwas weiter. Muss aber noch mehr darüber nachdenken. :). Ich melde mich nochmal.

    Antworten
  12. Hi Martin,

    das war ein spannender Beitrag. In der Tat sollte man immer wieder mal innehalten und in sich hineinhören…ob auch noch alles passt.
    Das geht bei vielen Menschen oft im Alltag unter, da sie versuchen, allen Anforderungen von außen gerecht zu werden.

    Viele Grüße

    Steffi

    Antworten
  13. Hallo Martin,
    ich verfolge ja auch schon länger deine Beiträge.

    Mit diesem Artikel verstehe ich nun wirklich viel grundlegender… wie tief das mit der inneren Stimme gehen kann und darf…

    ich werd nun auch gleich den link verfolgen, den du weiter oben eingestellt hast, um die innere stimme zu kontakten.

    denn grad heut ist mir so ein „älterer konflikt“ bewusst geworden… der konflikt zwischen herz und verstand… wenns bei mir um die partnerwahl geht..

    ich mach mich jetzt gleich auf den weg zu meiner inneren stimme… bin schon gespannt… mich mit ihr zu treffen… und diese feiertage, freien tage machen das nun auch noch mal leichter möglich… lächl

    Vielen Dank für deine Arbeit!
    Auch dir frohe Tage und ein Vergelts‘ Gott! 😀
    joy

    Antworten
  14. Hallo Martin. Mal eine schwierige Frage: was ist, wenn man seit Jahrzehnten etwas machen will, es dann auch macht, einen einzigen, aussergewöhnlichen Top-Erfolg einfährt und danach nicht mehr weiter kommt? Komplettstop. Obwohl die Faszination und das Herz nach wie vor dafür schlagen…

    Antworten
    • Ich muss immer etwas vorsichtig sein, wenn es um Ferndiagnosen geht. 😉 Denn ich kann ja Deinen „Fall“ nicht wirklich beurteilen.

      Aber „normalerweise“ tauchen solche Phänomene auf, wenn wir unsere „Komfortzone“verlassen.

      Ein Top-Erfolg mag noch so großartig sein – er zieht uns jedoch aus dem Gewohnten heraus und das ist etwas, das unser Verstand nicht so gerne mag. Ungewohntes kann auch heißen: Chaos, Gefahr, Risiko.

      Auch unsere Umwelt skandiert nicht immer Ungewohntes. Wenn die Leute die jahre- oder jahrzehntelang so kannten, wie Du warst, und plötzlich schlägst Du voll aus der Reihe, dann reagieren manche Leute negativ. Einerseits müssen sie ihr Bild von Dir korrigieren, und sie wissen nicht, was denn der „neue“ Thomas für einer ist. Andererseits kann Deine Entwicklung auch für den einen oder die anderen eine – leicht unangenehme – Erinnerung sein, dass sie selbst nicht ihr volles Potenzial leben.

      In solchen Situationen kann es passieren, dass wir unbewusst wieder in die alten Gefilde tuckern, um uns selbst und unsere Umwelt nicht weiter diesem Stress auszusetzen.

      Macht das Sinn für Dich?

      Antworten
  15. Danke für deine rasche Antwort.

    Ich weiss, die Infos waren etwas knapp. Ich sage mal um was es geht. Ich wollte schon seit ich klein war zum Film und Drehbücher schreiben. Das habe ich dann nach wirklich langer Zeit dann auch gemacht. Prompt wurde der erste Film ein aussergewöhnlicher Erfolg. Mehrfach ausgezeichnet. Ich dachte, super, ich bin endlich da. (Mir war aber schon bewusst, dass Auszeichnungen nichts bedeuten.)

    Seit da versuche ich mich weiter zu etablieren, weil ich wirklich dachte: „es stimmt, ich bin richtig und wenn man auf die innere Stimme hört, ergeben sich „Zufälle“. Und er Weg geht auf. Ich lernte Menschen kennen, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie je treffe. ABER: ich komme keinen Schritt mehr vorwärts.

    Müsste ich die Situation jetzt beurteilen, müsste ich sagen, die Zeichen zeigen, dass es der falsche Weg ist. Macht das Sinn für Dich? Für micht nicht.

    Antworten
    • Was meinst Du genau mit „Ich komme keinen Schritt vorwärts“?

      Fehlen Dir Ideen? Kontakte? Ressourcen? Worin genau besteht die Blockade?

      Das ist das eine.

      Und das andere: Hast Du mal Deine innere Stimme, Dein Herz gefragt, was es vom Filmemachen hält? Wie reagiert es, wenn Du daran denkst?

      Antworten
  16. Danke für Deine Antwort. Meine kommt mir etwas Verspätung, war noch weg.

    Es fehlt mir weder an Ideen noch Kontakten noch an Ressourcen. Es ist nur so, dass das der Bereich extrem zähflüssig ist. Es ist kaum möglich, Projete aufzugleisen. In 99,99% der Fälle liegt es nicht an mir.

    Ich drehe die Frage anders herum. Wenn man nicht sicher ist, obs von der inneren Stimme vorgeschlagen wurde, könnte man die Sichtweise doch auch umdrehen. Was passiert aussen, dass auf die Quelle schliessen lässt.

    Einfach gefragt: „Flutscht“ es in der Regel, wenn eine Tätigkeit von der inneren Stimme angestossen wurde? Und harzt es, wenn es nur vom Verstand kommt?

    Antworten
    • Ich glaube, man kann es nicht auf eine so simple Formel herunterbrechen.

      Erstens ist nicht alles, was der Verstand befürwortet, schlecht. Im Gegenteil: Wir treffen täglich Hunderte von kleinen und großen Entscheidungen mit dem Verstand, die vollkommen in Ordnung sind.

      Es ist zwar richtig, dass Deine innere Stimme Dich bei bestimmten Projekten, die Dir schaden können oder die nicht zu Dir passen, nicht uterstützt.

      Aber: Wenn Deine innere Stimme hinter einer Sache steht, Du aber nicht „Ja“ dazu gesagt hast, passiert im Außen auch nichts.

      „Flutschen“ tut es, wenn Du, Dein Verstand und Deine innere Stimme „Ja“ zu einer Sache sagen. Zieht einer der Beteiligten nicht mit, bist Du immer noch handlungsfähig, aber es geht nicht wie von alleine.

      Darum meine Frage: Was sagt denn Deine innere Stimme dazu?

      Antworten
  17. Lieber Martin.
    Sehe ich genau gleich ausser, dass ich der Meinung bin, dass man vom Aussen aufs Innere schliessen kann. Das, dessen bin ich mir sicher, ist ein universelles Gesetz. Manchmal allerdings ist es schwer zu deuten.

    Ich glaube, meine innere Stimme findet Film nicht w(r)ichtig. Warum. Ich mache parallel noch andere Sachen, zu denen die innere Stimme JA sagt, aber der Verstand NEIN. Resultat, es läuft, aber nur auf halber Kraft.

    Ich bin überzeugt, dass, macht man etwas wo NUR der Verstand JA sagt, es nicht vorwärts geht. Man macht ein zwei Schritte, dann ist Ende. Macht man hingegen etwas, wo die innere Stimme JA sagt und der Verstand Nein, gehen trotzdem immer wieder mal Türen auf. Gerade genug um nachzuweisen, dass der Weg richtig wäre.

    Ich versuche mich jetzt so „umzupolen“, dass der Verstand zu dem, was die innere Stimme als gut empfindet auch ja sagt. Schauen wir mal, was passiert.

    Wie mache ich das? Ich habe allen Regisseuren und Redaktoren eine Mail geschrieben und sämtliche Projekte gestoppt. ABER: ich habe die Mail nicht abgeschickt. Nur geschrieben. Danach fühlte ich mich sehr gut. Es fühlte sich richtig an. Daher glaube ich, dass ich demnächst den „(S)end“-Knopf endgültig drücke.

    Antworten
    • Du schreibst: „Ich versuche mich jetzt so “umzupolen”, dass der Verstand zu dem, was die innere Stimme als gut empfindet auch ja sagt.“

      Ein Weg, das zu schaffen: Frag ihn mal, was ihm wichtig ist. Was er an den Projekten, zu denen er „Ja“ sagt, besonders mag. (Oft sind das auch Themen wie zum Beispiel „finanzielle Sicherheit“).

      Sobald Du das weißt, finde mit ihm gemeinsam einen Weg, diese Vorteile bei den Projekten zu finden, die Deine innere Stimme befürwortet.

      Eine Technik, die ich Dir empfehlen kann: Afformationen. Schau mal hier…
      http://blog.coach-your-self.tv/index.php/2011/09/20/coach-your-self/ein-frischer-selbstcoaching-prozess-fur-dich/

      😉

      Antworten

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