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Warum Du endlich aufhören solltest, Deinem Selbstwertgefühl nachzujagen

Dies ist mein Beitrag für die Blogparade zum Thema Selbstwertgefühl von Tim Hamer auf dubistgenug.de.

Rund 1.000 Angebote erscheinen bei Amazon, wenn man nach „Selbstwert“ sucht. Und über 926.000 Webseiten tauchen bei Google auf, wenn man den Begriff googlet.

Es gibt kaum eine heiligere Kuh im Geschäft der Lebenshilfe: Wenn wir nur genug Selbstwertgefühl aufbringen, dann werden wir glücklich.

Tatsächlich?

Ich habe da meine Zweifel.

Grund dafür ist eine Studie des amerikanischen Psychologen Richard Nisbet, der 2003 eine Interessante Studie durchführte. Er zeigte zwei Gruppen ein Bild, das einen großen Fisch darstellte, um den sich eine Gruppe kleiner Fische scharte.

Die erste Gruppe wurde aus Amerikanern gebildet, die zweite aus Asiaten. Beide Gruppen waren mit einer Augenkamera ausgestattet, die in der Lage war, die Augenbewegungen der Probanden nachzuverfolgen.

Ergebnis?

Die Asiaten blickten in erster Linie auf das Zusammenspiel der kleinen Fische. Die Amerikaner konzentrierten sich jedoch auf den großen Fisch.

Kurz: Die Asiaten fokussierten sich auf die Gruppe, das „Wir“.  Die Amerikaner auf das „Ich“.

Aber wer ist dieses „Ich“?

Etwas, das anders ist,

Etwas, das sich unterscheidet.

Wie?

In dem wir irgendwie schöner, klüger, leistungsfähiger, genialer, cooler, hipper, authentischer, spiritueller sein als alle anderen. Wir müssen herausragen. Und das gelingt uns nur, wenn wir möglichst viel  Selbstwert an den Tag legen.

Aber je mehr wir dass bessere, das optimiertere, das performantere Ich anstreben, desto isolierter und vielleicht auch unglücklicher werden wir. Der große Fisch ist und bleibt: Eine einsame Gestalt.

Mehr noch: Wenn wir unser Ego aufplustern, bleibt am Ende des Tages auf der Strecke, wer wir wirklich sind.

Menschen.

Menschen, die versuchen, in dem großen Gemengelage des Lebens glücklich zu werden. Und oft genug damit scheitern.

Weil wir nicht perfekt sind.

Weil das Leben mit seinen Irrungen und Wirrungen kompliziert ist und uns zuweilen überrollt.

Und weil wir uns genau deswegen unsicher, ängstlich und klein fühlen.

Das gibt natürlich niemand gerne zu.

Schon gar nicht in einem Klima, in dem das starke, das omnipotentere Ich die einzige Währung zu sein scheint, mit dem wir unser Lebensglück kaufen können.

Also setzen wir eine Maske auf. Zeigen unsere Sonnenseite, verbergen unsere Schattenseite und suchen in Büchern, Kursen und Blogartikeln klammheimlich nach einer Lösung, wie wir unsere Schwächen überwinden können. Vielleicht werden mich die „7 Tipps für mehr Selbstvertrauen“ da raus katapultieren?

Aber der Artikel, der uns befreit, wird nicht kommen.

Der Kurs, nach dem wir uns sehnen, wird nie stattfinden.

Nichts da draußen wird uns glücklich machen.

Dumm gelaufen. Oder?

Nicht wirklich.

Denn ich habe einen Gegenvorschlag.

Ein Weg, der Dich von der Jagd nach Selbstwert befreit.

Ein Prozess.

Lovobo.

Sein Geheimnis: Statt Dich selbst zu optimieren, nimmst Du Dich einfach so, wie Du bist,

Uncool. Unsicher. Schräg.

Bereit?

Mehr zu „Lovobo“ gibt’s übrigens hier.

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