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Pronoia: Wie Du Deinen Traum lebst (5 von 5)

Willkommen zum 5. und damit auch letzten Teil der Pronoia Reihe: Wie Du jede Herausforderungin einen Erfolg verwandeln kannst.

Kurz zur Erinnerung: Der erste Schritt des Pronoia-Prozesses besteht darin, zu einem Problem „Ja“ zu sagen. Und zwar emotional und (!) intellektuell. 

Danach gilt’s aus dem Problem ein Ziel mit „Soulappeal“ zu bilden. Ganz getrau dem Motto von Michael Beckwith: Pain pushes, until Vision pulls. Sinngemäß: Dein Schmerz wird Dich solange vor sich her schubsen, bis Du in den Sog eines großartigen Ziels gerätst.

In dem Video oben lernst Du zwei Coaching-Prozesse kennen, mit denen Dir die Umsetzung Deines Ziels mit Seele deutlich einfacher gelingen kann. 

In der ersten Übung lernst Du, wie Du in Deine Kraft kommst. Das ist wichtig – gerade bei Zielen, bei denen wir uns hilflos fühlen (ab Minute 24.50).

Und in der zweiten Übung, die ich übrigens Gandhi gewidmet habe, erfährst Du, wie Du Deine intuitive Intelligenz nutzt, um Ideen und Inspirationen für die jeweils nächsten Schritte zu finden. Denn das ist ja oft das größte Problem: Wir sind zwar motiviert, unser Leben umzukrempeln – aber wir wissen oft nicht, wie.

Bei mir was das auch nicht anders. 

Im Gegenteil: Wie in Teil 1 geschildert, begann alles mit einer Retraumatisierung – ausgelöst durch die Erfahrung, dass ich mich von jemanden im Stich gelassen fühlte. Obwohl die Erfahrung für sich gesehen eher harmlos war, löste sie dennoch einen alten, verdrängten und längst vergessenen Schmerz in mir aus. 

Das Gute am Schlechten war dabei, dass ich trotz der Wucht der Emotionen eine Portion Klarheit beibehalten und so den Sturm der Gefühle beobachten und von ihm lernen konnte. 

Das machte mich wieder einigermaßen handlungsfähig. 

Aber der Schmerz verging nicht – sondern blieb hartnäckig an meiner Seite. Morgens, wenn ich aufwachte, wartete er bereits auf mich. Tagsüber, wenn ich meiner Arbeit nachging, begleitete er mich auf Schritt und Tritt, und abends, wenn ich zu Bett ging, kuschelte er sich eng an mich.

Irgendetwas fehlte also noch. Aber was?

Keine Ahnung!

Eine Kollegin, die ich konsultierte, gab mir eine Menge hilfreicher Literaturtipps. Ich konsumierte zig Bücher über Traumata und klickte mich von einem You Tube Video zum nächsten. Das Aufschlauen tat mir gut und half mir, meine Lage zu verstehen. Der Schmerz jedoch: blieb.

Und dann hatte ich an einem Sonntagnachmittag– quasi von einem Augenblick auf den anderen – einen Durchbruch. Woher er kam, weiß ich nicht. Allerdings wurde mir seidenheiß klar, dass er bereits bereits die ganze Zeit vor meiner Nase herumgetanzt war. Ich hatte ihn einfach nur nicht bemerkt.

Wie immer, wenn ich Aha-Einsichten bekomme, ging das Ganze leicht schräg los

Ich hatte mich mit einer Bekannten zu einer Tasse Schokolade verabredet und saß gerade in einem Uber-Taxi, das an einer Kreuzung gehalten hatte. Während ich gedankenverloren aus dem Fenster starrte, fiel ein kleines Mädchen von ihrem Fahrrad und begann zu weinen. Ihr Vater hielt an, tröste die Kleine und und stellte ihr Fahrrad wieder auf. 

In dem Augenblick fuhr das Taxi an, und ich vergaß den Vorfall.

Während ich im Café saß und mit meiner Bekannten plauderte, hörte ich plötzlich ein lautes metallisches Geräusch. Als ich mich umdrehte, sah ich, wie einer Frau zwei Fahrräder umgefallen waren. Einer der Gäste sprang auf und kam ihr zu Hilfe. Seltsam, dachte ich noch und wandte mich wieder meiner Trinkschokolade zu. 

Als dann 10 Minuten später eine weitere Fahrradfahrerin vor mir zu Boden ging, und ich erneut beobachten durfte, wie ihr jemand ihr aufhalf, dämmerte es mir: Bis zu dem Zeitpunkt war ich nur auf das Thema „im Stich gelassen werden“ fixiert gewesen. Mal ging es in meinen Gedanken darum, wer mich hatte hängen lassen und wie ich darunter gelitten hatte. Oder wen ich in meinem Leben im Stich gelassen hatte und wie es den anderen wohl dabei ergangen war. Eine heilsame Reue bemächtigte sich meiner, und ich beschloss, fortan anders zu handeln. So weit, so gut.

Aber dieser Blickwinkel war viel zu begrenzt. So eng, dass ich etwas Wesentliches übersehen hatte:  Auch wenn ich an einigen Stellen meines Lebens im Stich gelassen worden war, so war jedoch immer jemand herbei geeilt, der mir wieder aufgeholfen hatte.

Genau das war mir bei der „Retraumatisierung“ geschehen. Noch während ich angetriggert wurde, gab’s schon die erste Hilfe: Das Telefonat wurde ohne mein Zutun beendet. Und eine WhatsApp erschien auf dem Bildschirm, die mich tröstete.

Zufall? Mag sein.

Aber nur wenig später meldete sich eine Heilerin ungefragt bei mir und fragte nach meinen Befinden. Als sie hörte, wie es mir ergangen war, half sie mir spontan, wieder stabil zu werden. 

Fügung? Keine Ahnung. 

Auch in den Tagen danach begegnete ich einer ganzen Reihe von Menschen, die mir zugehört und mir Tipps gegeben hatten. Jede und jeder Einzelne von ihnen war für mich da gewesen und hatte mir ein Stück weit auf’s Rad zurück geholfen. 

Während mich das alles blitzartig durchzuckte, erzählte mir die Bekannte, dass sie eine spannende Methode zum Auflösen von Traumata kennen gelernt hätte. 

Ich spürte den Impuls, sie um Hilfe zu bitten – aber eine krude Mischung aus Stolz („Ich bin doch der große und tolle Coach, der alles selbst meistern kann“) und Bammel („Was, wenn sie mich im Stich lässt und Nein sagt?“) hielt mich ab.

Und dann nahm ich all meinen Mut zusammen und bat sie: um Hilfe.

Wenig später saßen wir in meiner Wohnung, und Laura führte mich durch den Prozess. Ich konnte deutlich spüren, wie ein Teil der Last abfiel. 

Zwei Tage später bat ich eine andere Kollegin, Anicca Vogt, mir beim Rest zu helfen. „Geht klar“, sagte sie und stimmte sofort einen Termin mit mir ab. 

Als ob das nicht genügt hätte, schrieb mir eine Trainer-Kollegin, die letztes Jahr eine ähnliche Erfahrung durch gemacht hatte, dass sie den Pronoia Prozess klasse fände – aber manchmal müsse man auch Hilfe in Anspruch nehmen. Sie hätte sich einen Coach gesucht, der ihr wirklich weitergeholfen habe. „Nicht alles kann man alleine schaffen“, schrieb sie mir.

Man kann vieles übers Leben sagen – dezent sind seine Botschaften nicht gerade.

Wenig später schrieb mir die Kollegin übrigens eine zweite Mail: „Hab gerade noch mal überlegt: doch, der Pronoia-Prozess ist für Herausforderungen aller Art geeignet, weil man sich ja mit dem Feld (der Intuition…) verbindet und von dort Impulse bekommt, und denen kann man dann folgen. So habe ich´s ja auch gemacht… die Eingebung aus dem Feld war, einen Coach aufzusuchen. 😉 Insofern eine kleine Korrektur zu meiner ersten Mail .“

Und das war’s.

Damit war ich ans Ende meiner Reise angelangt.

Mein Fazit? 

Leben ist wie Fahrrad fahren. Bevor es los geht, sollten wir klar haben, wohin die Reise geht. Am besten zu einem Ort, der uns gefällt. Damit wir dorthin kommen, müssen wir jedoch selbst aufs Fahrrad steigen und in die Pedale treten. Das nimmt uns niemand ab.

Wohin uns das Fahrrad fährt, steuern wir ebenfalls selbst. Auch das ist ganz allein unsere Verantwortung.

Manchmal kann’s jedoch passieren, dass wir vom Weg abkommen oder auf die Klappe fallen. Wenn wir uns verirrt haben, sollten wir nach dem Weg fragen. Und wenn wir zu Boden gegangen sind, ist es vollkommen ok, sich aufhelfen zu lassen. 

Aber danach sind wir wieder gefragt. Es ist ganz allein unsere Aufgabe, erneut auf’s Rad zu steigen und weiterzufahren. 

Wie ich in Teil 1 geschrieben hatte, erkennen wir nicht immer alle Geschenke des Lebens, weil einige von ihnen in einer wirklich miserablen Verpackung (Scheitern, Rückschlag oder Verletzung) zu uns gelangen. 

In meinem Fall hatte das Leben – was das Geschenkpapier anging – zweifelsohne ziemlich schlechten Geschmack bewiesen. Aber der Inhalt machte das alles wieder wett. . 

Zu verstehen, dass ich auf der ganzen Reise immer zur rechten Zeit Hilfe bekommen hatte, erfüllte mich nicht nur mit Dankbarkeit.

Sondern mit etwas, um das es in Wahrheit die ganze Zeit in meiner Geschichte gegangen war: Vertrauen ins Leben.

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3 Kommentare

  1. Hallo Martin,

    ich bin ja durchaus kritisch, wie Du weißt. Ich weiß aber auch zu würdigen, wenn etwas wirklich gut ist.

    Und wirklich gut ist Dein hier vorliegender Text, in dem Du exakt auf den Punkt bringst, worum es geht. Nämlich um Hilfe zu bitten, wenn man allein nicht mehr klarkommt Wobei es dann durchaus sein kann, dass ein Helfer (auch z.B. das „Feld“) auf einen anderen Helfer, der zusätzliche Unterstützung bieten kann, hinweist.

    Selbst wenn man sich mit Metaphern und hypnosystemischer Sprache (Erickson, Schmidt) auskennt und von daher weiß, dass der Text natürlich auch subliminales Marketing im Sinne des Einsäen der Idee ist, Dich als Coach hinzuzuziehen, wenn man allein nicht weiterkommt, ist das vollkommen ok, da absolut legitim. Und in der Umsetzung sehr gelungen.

    Insofern nochmals: Meine Anerkennung!

    Bettina

    Antworten
  2. Hallo Martin,

    ein richtig guter Artikel, wobei beide Adjektive betont werden sollten. Mit einem Schuß Ironie, welches das Drama entschärft. Wie klug wäre es von uns, wenn wir nach derartigen Rückschlägen einfach vor einen Spiegel treten könnten, um dann über uns selbst grinsend den Kopf zu schütteln. „It burns, until it works…“

    Dank Deiner damaligen Buchempfehlung hatte ich mich als gedankenverlorender Atheist an die Buchreihe „Gespräche mit Gott“ herangewagt. Das war vor etwa zwei Jahren und der Schlüssel für mich. Ich bin deshalb nicht zum Kirchgänger geworden, sondern nach wie vor von den Lehren Buddhas überzeugt.

    Zwischendurch habe ich immer mal wieder Deine Blogs gelesen und tlw. Videos angesehen. Einiges fand ich „kitschig“ und zu „weichgespült“ (Entschuldigung für die Wortwahl) und anderes wieder interessant.

    Aber der Blog heute hat mich zu einem Kommentar „provoziert“ (im positiven Sinne). Mach weiter so – Du hilfst den Menschen.

    Best Grüße aus Norddeutschland von jemandem, der versucht Umschülern zu helfen, die kfm. Prüfungen zu bestehen.

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    • Hallo Martin 🙂

      Hier hast Du genau mein schwierigstes Thema angesprochen, denn mir fällt es ungemein schwer, Hilfe anzunehmen.
      Auch ich war der Überzeugung (ich hatte bereits so vieles alleine gestemmt, außerdem empfand ich es sogar als peinlich) und daher hatte ich viele Hilfen immer wieder abgelehnt. Natürlich bekam ich daher mehrfach auch die Rechnung präsentiert …

      Danke für diesen hilfreichen Prozess – grins

      Liebe Grüsse aus Duisburg

      Antworten

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