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Pronoia: Unangenehme Gefühle in Kraft & Freude pur verwandeln (Teil 2 von 5)

In Teil 1 meiner Pronoia-Reihe habe ich davon erzählt, wie ich durch eine Erfahrung stark „retraumatisiert“ wurde – wie also eine alte seelische Wunde erneut in mir aufgebrochen wurde. 

Aber so schlimm auch mancher Rückschlag erscheinen, so schmerzlich sich so manche Erfahrungen an fühlen können: Sie bergen ein Geschenk.

Welche?

In diesem Teil 2 möchte ich Dir zwei Übungen aus dem „Pronoia-Prozess“ vorstellen, die Dir helfen können, unangenehme Gefühle und negative Gedanken in etwas Inspirierendes zu verwandeln.

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Die Flower-Übung: Achtsamkeit und „Heilung“ von Innen

Sie zählt ohne jede Frage zu eine meiner absoluten Lieblingstechniken, weil die Flower-Übung gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt.

Zum ersten sorgt sie für Achtsamkeit.

Zum zweiten für ein heilsames „Ja“. 

Fangen wir mit „Achtsamkeit“ an. Hinter diesem „Buzzword“, das schon seit Jahren durch die Szene „trendet“, steckt unter anderem die Fähigkeit, Abstand zu sich zu gewinnen und Gefühle aller Art, vor allem unangenehme, mitfühlend beobachten und wahrnehmen zu können.

Der Vorteil? 

Erstens:

Mit Achtsamkeit fallen wir intensiven Gefühlen wie Ärger, Angst oder Ohnmacht nicht zum Opfer.

Denn das ist das große Problem bei unangenehmen Gefühlen: Wenn wir beispielsweise wütend sind, kann uns der Zorn übermannen (oder überfrauen) unseren Verstand entmachten, und uns in einen „unbewussten“ Zustand zerren, in dem wir Dinge sagen oder tun, die wir nachher, in einem „bewussten“ Zustand, bereuen.

Zweitens gewinnen wir diesen enorm wichtigen und heilsamen Abstand nicht dadurch, dass wir die heftigen Gefühle verdrängen oder betäuben. Denn das kann, wenn wir die Verdrängung dauerhaft betreiben, für schlimme Verwerfungen in unserer Psyche sorgen. 

Menschen, die beispielsweise ihre Wut verdrängen, erscheinen nach außen hin friedlich, bis ein Ereignis eintritt, das ihren Schmerz aus Versehen antriggert, und sie plötzlich explodieren. 

Genau so war es mir bei dem Erlebnis ergangen, das ich in Teil 1 geschildert habe. Nur, dass ich diesmal trotzdem achtsam bleiben konnte. Die Gefühle wüteten in mir und wollten mich immer wieder in ihren Bann ziehen – aber „etwas“ in mir half, Abstand zu bewahren. 

Das Beobachten einer Emotion beruhigt, keine Frage, aber das allein löst nichts wirklich. Denn die Gefühle sind ja immer noch da. Es braucht also mehr als „nur“ Achtsamkeit.

Der erste entscheidende Schritt, um ein Problem zu lösen, ist ein klares „Ja“ zu der Herausforderung, die sich uns bietet.

Du kannst es oben im Video beobachten, an welchem Punkt sich die Gefühle der Teilnehmenden schlagartig zu beruhigen beginnen.

Und zwar in dem Augenblick, in dem sie sich ihren Gefühlen zuwenden und sie – so gut sie es können – liebevoll annehmen. (Ab Minute 39.00 im Video)

Das ist gerade bei intensiven Gefühlen nicht immer leicht. Wer will schon freiwillig zu Schmerz „Ja“ sagen? 

Niemand, außer vielleicht Masochisten. Und das bringt mich zu einer interessanten Frage: Wie schaffen es Masochisten, bei Schmerz Lust zu empfinden?

Meine These: Sie nehmen den Schmerz in ihrem Körper auf, bejahen ihn auf einer tiefen Ebene und dadurch transformiert sich der Schmerz in etwas für sie Lustvolles. Denn auch im Schmerz steckt Leben, Energie und Enthusiasmus. 

Fazit: Den Schmerz zu verneinen, macht uns taub und öde. Den Schmerz anzunehmen, verwandelt ihn eine lebendige Kraft, die wir nutzen können, um Veränderung zu bewirken. Und genau darum wird es in Teil 3 gehen. 

Lass uns jedoch zunächst noch bei der entscheidenden Frage verweilen: 

Wie können wir „Ja“ zu etwas sagen können, das uns schmerzt?

Auf der körperlichen Ebene hilft uns der Flower-Prozess, den Schmerz zu bejahen. Allerdings nicht auf der geistigen.

Wenn uns jemand mutwillig verletzt, belügt oder betrügt, erleben wir uns – vollkommen zurecht – als Opfer. Uns wird ein Unrecht angetan, das durch die „Schönreden“ nicht wirklich ausgeglichen werden kann.

Es kann helfen, wenn uns der Täter um Vergebung bittet. Aber darauf zu warten, macht uns abhängig vom Anderen. Und da viele Täter auch nicht wirklich bereuen, ist das Hoffen darauf unter umständen: vergeblich.

Es gibt jedoch eine Alternative. 

Und die lernst Du oben im Video ab der 62. Minute kennen. Du aktivierst dabei eine Kraft, die anderen Menschen geholfen hat, auch wirklich sehr schlimme Erfahrungen in etwas Kraftvolles zu transformieren.

Wie das in der Praxis funktioniert, erfährst Du nicht nur in dem Video oben – sondern auch in Teil 3 der Pronoia-Reihe.

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