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Lovobo: Was tun mit negativen Anteilen, die Du nicht „geheilt“ bekommst?

Hast Du einige negative Anteile in Dir, die Du irgendwie nicht „geheilt“ bekommst?

Egal, wie viel Kurse Du besucht, wie viel Bücher Du gelesen, wie viel Coachings Du gebucht hast – es bleibt unterm Strich immer alles beim Alten?

In dem Video oben stelle ich Dir eine verblüffend andere Coachingtechnik vor, wie Du mit diesen Anteilen umgehen kannst.

Aber vorab vielleicht noch ein paar wichtige Hinweise…

Die Technik wurde inspiriert durch zahlreiche Gespräche mit meiner Kollegin und Mitstreiterin Simona, die mich immer wieder darauf hinwies, dass es vielleicht auch Anteile gibt, die nicht so ohne weiteres geheilt werden können. Mit denen man noch eine längere Zeit zusammenleben muss.

Erst war ich für diese Idee so gar nicht zu haben. Man kann doch einfach alles verändern – so meine Devise.

Aber dann fiel mir auf, dass ich auch einige Ängste habe, die mich seit vielen Jahrzehnten begleiten. Und auch sehr bekannte Leute wie Tony Robbins oder Eckhart Tolle, die sicher einiges über massive Veränderungsprozesse wissen, leiden noch heute an den Folgen traumatischer Erfahrungen (achte auf die Mimik von Eckhart, wenn er zu stottern beginnt).

Kurz: Wir werden im Leben nicht immer alles sofort los.

Das können zum Beispiel Anteile sein, die in der frühen Kindheit durch heftige Ereignisse (Gewalt, Verlust etc.) entstanden sind und sich besonders stark ins Nervensystem eingebrannt haben. Wenn wir diese Traumaerinnerungen noch jahre- oder gar jahrzehntelang mit uns herumschleppen, können sie sich derart mit anderen Gehirnregionen vernetzen, dass sie als fester Bestandteil eng mit anderen Erfahrungen, Erinnerungen, Überzeugungen etc. verstrickt sind.

In solchen Fällen reicht keine einmalige Intervention, keine vereinzelte Coaching- oder Therapie-Session – denn das „Thema“, das „Problem“, der „Anteil“ ist einfach zu stark mit den neuronalen Netzwerken unseres Gehirns verbunden.

Diese Anteile scheinen sich dann einem Coaching zu widersetzen. Oder sie verschwinden zwar in einem Bereich unseres Lebens, tauchen aber in einem anderen Lebenskontext nach kurzer Zeit wieder auf. Mag sein, dass wir bei Geschäftsverhandlungen neuerdings entspannter sind – aber bei Auseinandersetzungen in der Familie taucht er wieder auf.

Jede Maßnahme, die darauf abzielt, diese Anteile zu bekämpfen oder sie „wegzumachen“, verstärkt leider ihren Widerstand. Denn: Wer lässt sich sowas gefallen? Du nicht, schätze ich mal. Und Deine inneren Anteile auch nicht.

Was kann man also tun?

Die Coachingtechnik „Lovobo“ zielt darauf, diesen Anteil vollständig so anzunehmen, wie er ist. Sprich: Wir akzeptieren ihn nicht nur, sondern wir gestatten und erlauben es ihm, bis zum Lebensende so zu bleiben.

In manchen Fällen (wie Du oben in dem Video erlebst), beginnt sich der Anteil von alleine zu verändern. Das ist schön. Aber nicht das Ziel!

Wichtig: Achte darauf, dass Du wirklich KEINE Absicht hast, ihn hinterrücks durch „Lovobo“ zu verändern. Es geht explizit darum, diesen Anteil so anzunehmen wie er ist. Und ihm zu gestatten, so zu bleiben. Das ist der Schlüssel.

Die Folge? Deutlich mehr innerer Frieden. Und mehr Gelassenheit und Abstand, wenn die negativen Gedanken und Erinnerungen erneut auftauchen.

Probiere es am besten selbst:

Denk an jemanden, der ein fester und akzeptierter Teil Deines Lebens ist.

Zum Beispiel eine gute Freundin. Ein Mitglied Deiner Familie, das Du magst und respektierst. Gerne auch ein Haustier. Wo nimmst Du diesen Menschen, dieses Wesen wahr? Vor Dir? Hinter Dir? Rechts? Links? Oben? Unten? Wie weit entfernt?

Was lehnst Du schon seit langem an Dir ab?
Wähle hier einen Anteil, ein Gefühl, bestimmte Erinnerungen etc. Wo nimmst Du es wahr? Vor Dir? Hinter Dir? Rechts? Links? Oben? Unten? Wie weit entfernt?

3 Problem-Situationen

Wo zeigt sich das „Abgelehnte“ in Deinem Leben? Suche konkrete Situationen, in denen Du das „Abgelehnte“ erlebt hast.

SwingIn

Denke an das „Abgelehnte“ in Dir und lass es sanft auf die Position und den Ort schwingen, wo Du den Menschen wahrnimmst, den Du akzeptierst. Lass diesen Anteil zunächst nur für ein paar Sekunden dahin schwingen und dann wieder in die Ausgangsposition zurückkehren. Danach erneut in die neue Position hineinschwingen und länger dort verweilen. Lass Dir Zeit, denn das „Abgelehnte“ muss sich erst daran gewöhnen, wieder angenommen zu werden.

Was ist liebenswert daran?

Sobald sich der Anteil auf der akzeptierten Position festgesetzt hat, beginn ihn liebevoll wahrzunehmen: Welche sympathischen Eigenschaften, Stärken, Gaben und Einsichten fallen Dir auf? Welche Geschenke bringt er mit?

Ideen
 für die 3 Problem-Situationen 
Spiel in Gedanken die 3 Problem-Situation durch (siehe oben) Wie wird sich Dein Leben dort ändern?

Zukunftsreise
Fliege gedanklich in die Zukunft ans Ende Deines Lebens. Wie hat sich Eure Beziehung entwickelt?  Wie seid Ihr am Ende Freunde geworden?

 

5 Kommentare

  1. Viel zu abstrakt und kompliziert um es in einem Newsletter zu kommunizieren.. kann man eher nur in einem persönlich geführten Prozess machen
    Es ist schade, aber nicht alles ist zu virtualisieren

    Antworten
    • Hast Du Dir das Video angesehen? Da führe ich eine ganze Gruppe durch den Prozess. Das ist zum Mitmachen oft einfacher.

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    • Ein ganz wunderbarer Prozess, der schönste den ich je erlebt habe! Meinen ewiger Kampf gegen meine Unsicherheit, Hilflosigkeit, Chaos in Schrank und Schreibtisch, unentschlossenheit, meine mich ausgeschlossen fühlen, damit kann ich auf einmal Frieden haben. Sogar Traumas ! Ich schaue die Teile freundlich an….wie entspannend das sie so sein dürfen! Sie si d nicht mehr die bestraften Kinder, sondern durften aus ihren Verstecken raus und tümmeln sich auf einem sonnigen Park rum.
      Mein Herz ist offen und glücklich, mein Bauch sagt auch ja.
      Danke Danke, Danke!!

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  2. Ein sehr guter und erfolgreicher Prozess Wenn… man bereit ist auch mal zu „spielen“ und sich öffnet – für Leichtigkeit und JAAAA – im Erlauben ist.
    Dann findet Transformation statt,
    Ich habe diesen Prozess ( in abgewandelter Form ) schon oft durchlebet und an meine Klienten weitergegeben.
    Das ATMEN scheint und ist ein wichtiger Prozess dabei , gehen lassen – loslassen und transformieren.
    Danke für diesen wundervollen Beitrag

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  3. Den Anteil als Überbringer einer Botschaft verstehen.

    Ich halte es, wie Martin, für besonders wichtig, bei diesem Prozess zu beherzigen, dass es definitiv nicht darum geht / gehen darf, im Hintergrund doch nur heimlich darauf zu hoffen, dass das Problem dadurch möglichst bald verschwinden solle. Das würde den Vorgang einer Heilung nur blockieren.
    Heilung geschieht hier einzig durch das BEDINGUNGSLOSE Bewusstsein, das man auf diesen Teil / die Frage nach Klärung richtet. Also in Annahme dessen was ist.

    Seitdem ich solche hartnäckigen Anteile / Muster als wichtige Botschafter und meine treuesten Beschützer anerkenne, deren Streben und Wirken ich nur noch nicht richtig verstehe, komme ich damit weitaus besser zurecht. Der ersehnte Frieden tritt viel schneller ein, unabhängig davon, ob das Thema sich dabei auflöst oder nicht.

    Einmal kam eine Antwort sogar erst ca. ein halbes Jahr nachdem ich eine mich schon lange schwer plagende Entscheidung losgelassen gehabt hatte. (Der innere Friede war damals schon nach einigen Tagen des Loslassens eingetreten.)

    Meine Frage war gewesen: „Soll ich mich für X oder für Y entscheiden?“. Die Antwort und Erlösende Erkenntnis kam erst über 5 Monate später, beim Joggen, und ich stoppte dabei so abrupt, dass ich fast hingefallen wäre: „UND“.
    Es war nur dieses eine Wort, das regelrecht in mich rein gefallen war. „Und.“ Ich wusste dennoch sofort, zu welchem Problem und welcher damals quälenden Frage es gehörte. Und auf einmal war alles klar.

    Ich empfehle die Haltung einer liebenswerten, wohlwollenden und offenen Neugierde gegenüber dem Muster / dem Anteil einzunehmen, mit dem einzigen Ziel, genau diesen anerkennenden Kontakt aufnehmen zu wollen und sich dabei zu öffnen für mögliche Antworten / Informationen, die einem in der Zeit der Ablehnung verborgen geblieben sind.

    Rainer Maria Rilke schrieb dazu folgende Zeilen:
    „Habe Geduld gegen alles Ungelöste in deinem Herzen und versuche, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forsche jetzt nicht nach den Antworten, die dir nicht gegeben werden können, weil du sie nicht leben kannst. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Lebe jetzt die Fragen. Vielleicht lebst du dann allmählich, ohne es zu merken, eines Tages in die Antwort hinein.“

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