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Liebeskummer, toxische Beziehungen und der Verlust der „Inneren Stimme“

Petra hatte sich zum „Innere Stimme Coaching“ gemeldet, weil sie ihr Vertrauen zu ihrer „Inneren Stimme“ verloren hatte.

Grund: Sie hatte sich in einen Tai Chi-Kollegen verliebt, von dem ihre „Innere Stimme“ meinte, dass er der „Mann ihres Lebens“ sei. Aber kaum 4 Monate später erteilte er ihr eine äußerst schmerzhafte Abfuhr.

Danach war Ihr Vertrauen zu ihrer „Inneren Stimme“ futsch. Mit den üblichen Folgen: Ihr Selbstwertgefühl ging in den Keller. Orientierungslosigkeit machte sich in ihr breit. Und sie begann ernsthaft an ihrer Berufung als Tai Chi-Lehrerin zu zweifeln.

Wie ist so etwas möglich?

In diesem Artikel mit Audio-Ausschnitten und einer Coachingübung für schmerzliche Gefühle (ab Minute 29.37) erkunden wir, wie toxische Beziehungen uns von unserer „Inneren Stimme“ abschneiden können – und warum diese Erfahrung dennoch wertvoll ist.

Das Coaching mit Petra – inkl. Coachingübung

Beginnen wir mit der Chronik: Petra lernt ihren „Traummann“ bei der Arbeit kennen und verliebt sich in ihn. Ihr „Herz“ sagt ihr: „Das ist der Mann Deines Lebens“.

Aber es dauert eine Weile, bis sie zusammenkommen. Als es dann schließlich soweit ist, fühlt sie sich wie im siebten Himmel – bis er ihr nach 4 Monaten sagt, dass er sie uninteressant findet und sich auch nie sonderlich von ihr angezogen gefühlt hätte.

Warum machen Menschen so etwas?

Es ist eine Sache, eine Beziehung zu beenden, die nicht so recht funktioniert. Aber warum dabei jemanden absichtlich noch würdelos behandeln?

Ich vermute, das ist ein typischer Fall von:

Verletzte Menschen verletzen Menschen

Wir alle bekommen im Laufe unseres Lebens die eine oder andere Wunde ab. Wenn wir nicht in der Lage sind, sie durch Verzeihen zu heilen, beginnt ihr Schmerz unser Denken, Fühlen und Handeln zu vergiften.

Beispiel: Petra wurde von dem „Traummann“ verletzt und ist nun – zumindest aktuell – nicht in der Lage, sich auf andere Männer einzulassen. Bei ihren Rendezvous bleibt es beim Kaffee oder einem gemeinsamen Bier (Minute 7.15).

Das ist jedoch noch eine einigermaßen harmlose Variante einer ungeheilten Wunde. Bei ihrem „Traummann“ ging es um mehr. Zum Beispiel, dass er öfters eifersüchtig reagiert hat (ab Minute 6.21)

Eifersucht ist ein Zeichen einer tiefen Verletzung

Eifersucht entsteht, wenn wir an unserem Selbstwert zweifeln. Wir glauben insgeheim, dass wir nicht attraktiv und begehrenswert genug sind, und zweifeln deswegen an der Treue unseres Partners.

Unser Selbstwert wiederum geht in den Keller, wenn wir schon früh im Leben geringschätzig behandelt wurden: „Stell Dich nicht so blöd an“, „Wie läufst Du wieder rum?“, „Kannst Du nicht einmal was richtig machen?“

Je würdeloser die Vorwürfe und Angriffe durch Eltern, Geschwister, Freunde und andere von Unliebe getriebene Zeitgenossen ausfallen, desto mehr verlieren wir unseren: Selbstrespekt. Unsere Selbstliebe. Unsere Würde.

Und all unsere Beziehungen werden fortan: „kompliziert“.

Weil wir uns selbst nicht wertschätzen, brauchen wir die Zufuhr von Außen. Jemand anders soll uns bestätigen, wie attraktiv wir sind. Jemand anders soll uns sagen, wie liebenswert wir sind. Jemand anders soll das Loch in unserem Herzen schließen, durch das all unsere eigene Selbstliebe und unser eigenes Selbstvertrauen ins Nirgendwo verklappt wird.

Kurz: Wir landen früher oder später in einer Abhängigkeit. Wir brauchen den Anderen, um uns gut fühlen zu können.

Das kommt jedoch aus mehreren Gründen beim Gegenüber nicht gut an. Erstens wird es für ihn oder sie auf Dauer ermüdend, immer wieder sagen und zeigen zu müssen, wie liebenswert wir sind.

Und zweitens machen wir uns damit selbst: klein. Mit der Folge, dass unser Gegenüber nach und nach den Respekt verliert.

Es gibt jedoch noch ein drittes Problem. Wenn wir uns von anderen abhängig fühlen, geht uns das auch selbst auf den Geist und entwickeln deswegen starke Trotzgefühle (hier ein Danke an Ludwig vom Seelenrave).

Das heißt: Wir pingpongen zwischen Bedürftigkeit und Trotz, zwischen Schmachten und Gefühlskälte hin und her.

Die idealen Vorraussetzungen für eine toxische Beziehung. Der Eine saugt beim Anderen Energie ab, und durch das Wechselspiel von Sehnen und Ablehnen jagt die Partnerschaft durch eine endlose Achterbahn von Auf und Ab’s.

Dass die „Innere Stimme“ von Petra so etwas nicht bemerkt und rechtzeitig gewarnt hat, ist für mich fast unmöglich. Und doch sagte ihr Herz augenscheinlich, dass sie den Richtigen für die Liebe und fürs Leben gefunden hat.

Was tatsächlich abgelaufen ist, wird jedoch im Laufe des Coachings immer klarer.

Wie uns Partnerschaften an den Rand eines Nervenzusammenbruchs führen können – und warum das gut ist

Obwohl ihr „Herz“ anderer Meinung ist, bekommt Petra schnell mit, dass an dem Mann nicht alles koscher ist. Da ist nicht nur die Eifersucht, sondern er äußert sich auch über sein Ex-Beziehungen abfällig. Kein gutes Zeichen.

„Da würden bei mir sofort die Alarmlampen auf rot gehen“, gebe ich Petra zu bedenken.

Worauf sie antwortet: „So war es bei mir auch. Aber dann kam mein Herz und meinte, dass ich für den Mann was Besonderes wäre. Dass er mich nicht so behandeln würde“

Wie ist es möglich, dass die „Innere Stimme“ nicht weiß, dass Menschen Verhaltensmuster in sich tragen, die quasi auf Autopilot, wie von selbst ablaufen? Ich bin wirklich verdutzt.

Deswegen hake ich ab Minute 19 nochmals nach, ob die „Innere Stimme“ wirklich nicht gewusst hat, mit wem Petra es da zu tun hat.

„Nein“, sagt Petra, „mein Herz hat das nicht gewusst.“

Und dann kommt ein Argument, das mir immer wieder begegnet:

„Aber wir hatten doch eine seelische Verbindung“
Ich habe das am eigenen Leibe erlebt: Man trifft auf einen Menschen und weiß sofort, dass diese Verbindung „besonders“ ist. Dass da ein seelisches Band ist, das verbindet.

Mag sein.

Aber das macht es nicht einfacher.

Im Gegenteil: Wenn Menschen verwundet sind, können sie mit einer seelischen Verbindung nicht gut umgehen.

Denn eine seelische Verbindung sorgt für Nähe und genau die kann ein verwundeter Mensch nicht ertragen.

Je mehr Nähe, desto mehr pocht die eigene Wunde. Denn Liebe macht uns weich. Macht uns einfühlsam. Macht uns verletzlich.

Für einen verwundeten Menschen ist das eine Qual. Er wird mit den alten Erinnerungen konfrontiert, als er noch klein war und mit offenen Herzen geliebt hat – und dann durch Hartherzigkeit, Bosheit oder Geringschätzung verletzt wurde.

Hinzu kommt das Risiko, jetzt erneut verletzt zu werden. Und darum sind seelenvolle Beziehung für verletzte Menschen Tabu. Dann sich lieber – wie Petras „Traummann“ – in Affären vergnügen, als sich dem Schmerz stellen.

Aber:

Die Wunde in uns lässt nicht locker. Sie pocht.

Warum?

Weil sie geheilt werden möchte.

Da nützt es nichts, wenn wir versuchen, sie zu betäuben. Zum Beispiel durch die Droge „Anerkennung“.

Klar: Wenn wir uns frisch verlieben, dann wirkt die „Liebesbestätigung“ durch unser Gegenüber wie ein Rausch. Für kurze Zeit wird die Wunde betäubt. Sobald die Wirkung jedoch nachlässt, pocht die Wunde jedoch um so stärker.

Also brauchen wir noch mehr Nachschub. Und zwar möglichst schnell, und möglichst viel.

Wir werden zu „Junkies“, die von einer tiefen „Seeehn-Sucht“ getrieben werden.

„Seeehnen“ weil das Verlangen so groß ist.

Und zugleich ist es eine „Sucht“, weil wir immer mehr von der Droge brauchen, um das Pochen der Wunde zum Verstummen zu bringen.

Und so ziehen wir uns Gegenseitig immer mehr Energie ab – wie Vampire.

Und als ich Petra danach frage, ob es bei ihr und ihrem „Traummann“ ähnlich gewesen ist, kommt ganz unvermittelt der Durchbruch.

Genau das hatte sie gefühlt, aber dann wieder verdrängt:

Im Klartext: Ihre „Innere Stimme“ war aktiv und hatte sie sehr wohl gewarnt. Und zwar die ganze Zeit: Durch ein Unbehagen, als der Mann über seine Ex-Freundinnen gelästert hat. Und eben durch die Mahnung, dass auf energetischer Ebene etwas nicht in Ordnung war.

Wer also war das „Herz“, das so sehr für diesen „Traummann“ getrommelt hatte?

Und plötzlich begreife ich: Petra war nicht mit ihrer „Inneren Stimme“ in Kontakt gewesen. Sondern mit einem „inneren Kind“.

Als Petra in sich hinein spürt, stimmt sie mir zu.

Da ist in der Tat ein kleines Mädchen in ihr, vielleicht 4 oder 5 Jahre alt, mit einer ebenfalls großen „Seeehn-Sucht“ nach Liebe.

Und damit schließt sich der Kreis.

So schlimm die Erfahrung mit ihrem „Traummann“ auch war: Durch ihn hatte sie Kontakt zu einem kindlichen Anteil in ihr bekommen, einem kleinen Mädchen, das sich nach Liebe, Nähe, vielleicht auch Schutz und Geborgenheit „seeehnt“ – vielleicht weil es selbst verletzt wurde.

Und dieses Kind ist halt klein, unerfahren und ein bisschen auch naiv. Ein Kind im Alter von vier oder fünf Jahren kann die Welt nicht kennen. Kann andere Menschen noch nicht richtig einschätzen. Versteht viele Zusammenhänge nicht.

Deswegen ist es so wichtig, dass wir unseren Verstand ausbilden, um zu verstehen, wie andere Menschen „ticken“. Und dass wir einen Draht zur „Inneren Stimme“ haben, damit wir nicht blindlings in unsichtbare Fallen tappen – sondern sofort spüren, was Sache ist.

In Petras Fall: Dass ihr „Traummann“ eine Wunde hat und von ihr kräftig Energie abzieht.

Und doch hatte die Erfahrung auch ihr Gutes: Petra schrieb mir nach der Session, wie gut es ihr tut, den Unterschied zwischen ihrem „Inneren Kind“ und ihrer „Inneren Stimme“ klar zu haben.

Sie kann jetzt anfangen, wieder Vertrauen aufzubauen und die nächste Beziehung mit mehr Klarheit im Herzen anzugehen.

Und sich Zeit zu nehmen, die Wunde ihres eigenen „Inneren Kindes“ zu heilen.

Wie das geht, erfährst Du übrigens hier…

26 Kommentare

  1. Passende Mail,
    passendes Thema,
    Passende Uhrzeit!

    Danke,- sonst hätt ich mich schon fast wieder verfranst hier.
    In eigener Seeensucht.

    Man, man, man! :)=

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  2. Danke, hat mir gerade auch so die Augen geöffnet.!

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  3. Vielen Dank für den Beitrag.

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  4. Ein unheimlich wichtiges Thema! Psychologisch ist es sehr interessant, statt der inneren Stimme das innere Kind wahrzunehmen. Rein energetisch habe ich noch einen anderen Aspekt: Ein Mensch mit einer Persönlichkeitsstörung dringt energetisch anders in seinen Partner ein als ein gesunder Mensch; er fesselt gewissermassen die innere Stimme.

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    • Ist das möglich, wenn man es selbst nicht will?

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  5. Wie immer alles im richtigen Moment. Leider übernimmt das innere Kind oft die Regie, obwohl man es eigentlich weiß. Dann kommt die Diskussion mit dem inneren Kritiker. Danke

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  6. Beim Lesen fühle ich mich immer wieder an die Geschichte erinnert, deren Ende ich gerade schmerzhaft durchleide. Und wieder fällt mir auf, daß es offenbar nur Frauen sind, die ihr Leiden in eindrucksvolle Worte fassen und damit in der Öffentlichkeit präsent sind. Kein Wunder, daß es vor Hilfsangeboten für Frauen (oder solchen, die unter diesem Vordergrund ganz andere Ziele verfolgen) nur so wimmelt. Was passiert, wenn Männer leiden? Passen sie dann nicht ins allmächtig gepflegte Täterschema? Oder werfen sie sich einfach still und totgeschwiegen vor die Bahn? Nein, es ist kein allein-mit-der-Situation-zurecht-kommen-WOLLEN – es ist ein zurecht-kommen-MÜSSEN!

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    • Du hast recht: Wir alle leiden. Männer wie Frauen. Aber wir können uns ja hier austauschen.

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    • Lieber Bodo, bei Martin dürfen auch Männer zu Wort und als Interviewpartner melden – Just do it! Es geht einem echt gut danach😊.

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  7. Sehr aufschlussreich! Es ist jetzt ein Jahr her, dass er mit komischen Ausreden die Beziehung beendete. Ein Blick in die Vergangenheit mittels meines Tagebuches hatte es bereits lange angekündigt, dass Hirn hatte es längst gewußt und ich hätte selber gehen müssen, dass Herz hat es nicht zugelassen und der Schlußstrich hat mir dann doch den Boden unter den Füßen weggezogen. Und noch heute hadere ich mit der Situation. Und jetzt weiß ich, es war eine toxische Beziehung. Danke!

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    • War es das Herz? Oder ein „Inneres Kind“?

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      • Gute Frage! Und wenn ich genauer nachdenke, war es wohl eher das innere Kind und ich habe es mit meinem Herz verwechselt.
        Im letzten Jahr habe ich dann endlich mal angefangen, mich gern zu haben und brauche da wohl noch eine ganze Weile!

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  8. Es ist so schön, wenn die „Sache“ einen Namen bekommt. Wenn das Verhaltensmuster sich offenbart.
    Ich habe den Text gelesen und bin innerlich so ruhig geworden, als wenn mein inneres Kind sich endlich gesehen fühlt. Wo es doch vorher getobt und gewütet hat, um Gehör zu finden.

    Danke Martin

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  9. Die ganze Thematik finde ich sehr interessant. Ich habe mich hierbei auch gefragt, wie merke ich denn genau, wann es das innere Kind und wann es die innere Stimme ist, die sich mitteilt?

    Leider musste ich in der letzten Zeit auch die Erfahrung machen, dass ich aus einem Wunsch, aus einer Sehnsucht heraus, und auch aus einer Not heraus etwas eingegangen bin, das sich dann als nicht richtig erwies. – Ursprünglich hatte ich ein gutes Gefühl dabei. Der Kopf meldet sich dann schon, will es dann aber oft nicht sehen oder denke einfach, da ist wieder der Zweifler am Werk… Nun wann merke ich, dass dieser Zweifler nun effektiv angehört werden sollte? – Oft macht ja genau dieser Zweifler eine Chance kaputt.

    Irgendwie habe ich etwas ein Wirrwarr zwischen dem inneren Kind, der inneren Stimme und dem Verstand.

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  10. Ich kann das kaum in Worte fassen, was diese Session bei mir ausgelöst hat. Ich habe schon bei Petras ersten Worten gemerkt, dass das mein Thema ist. Selbst 10 Jahre Psychotherapie haben mich nicht zu der Erkenntnis kommen lassen, wie dieser eine Abend. Ich bin unglaublich dankbar, dass Du mir die Möglichkeit gibst, meine Wunde anzuschauen und nun die Sache anzugehen, um endlich geheilt zu werden. Ich habe an einem Abend unglaublich viel begriffen und gelernt. Danke Martin, ich bleibe am Ball.

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  11. Mit der Trennung habe ich erkannt, dass meine innere Stimme schon sehr früh interveniert hat.

    Ich hatte jedoch genau die Haltung wie Petra, dass er zwar früher bei seinen anderen Partnerinnen nicht lieben konnte, aber dass es mit mir sicher anders sein wird :). Weil ich bin ja „die Richtige“ (die ihn „rettet“).

    Es wurde die „Innere-Kind-Retter-Rolle“ angetriggert, verbunden mit einer Bedürftigkeit oder Seeeehnsucht nach einer Beziehung.

    Die Trennung war dann sehr schmerzhaft, retraumatisierend, aber auch heilsam und erkenntnisreich.

    Und jetzt übe ich mich darin, meiner inneren Stimme und Verstand zu vertrauen. Und bei aller Angst offen zu sein für eine neue Beziehung.

    Danke für dieses Coaching <3

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    • … Und ich bemerke gerade, dass diese Kleine in mir sich so sehr wünscht, dass es gemeinsam mit diesem Menschen Heilung hätte finden können…

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  12. Ich greife folgende Anmerkung von Anita auf, Sie schrieb folgendes:
    „Die ganze Thematik finde ich sehr interessant. Ich habe mich hierbei auch gefragt, wie merke ich denn genau, wann es das innere Kind und wann es die innere Stimme ist, die sich mitteilt?….eine sehr interessante Frage die ich mir auch gestellt habe.
    Üm sich zu vergewissern soll man wie Du es bei der Einführung „Innere Stimme“ machst fragen: findest Du mich……..und wenn nur gut, das ist sie es?? :-))
    Danke für Hinweis,
    Grüssen Dich Martin und Namaste

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  13. Hallo,
    ich lese gerade das Buch „die Seele will frei sein“ und zum geschilderten Thema fällt mir daraus folgendes ein, was mir auch für meine bisher geführten (toxischen) Beziehungen die Augen geöffnet hat:

    „Verspüren wir zum Beispiel im Herzen Einsamkeit und Mangel, so liegt das nicht daran, dass ein bestimmter Beziehungswunsch sich nicht erfüllt hat. Dies ist nicht die Ursache des Problems. Diese Beziehung ist unser Versuch, das Problem zu lösen. Wir prüfen lediglich, ob eine Beziehung unsere innere Störung lindern kann. Falls nicht, werden wir etwas anderes probieren“

    Nun wäre meine Frage aber, wenn ich erkannt habe, dass ich eine Beziehung wieder aus einem derartigen „Motiv“ heraus eingegangen bin, bedeutet dies zwangsläufig, dass man diese Beziehung zum Scheitern verurteilt ist, weil sie auf einem „falschen Fundament“ fußt, und man sie besser beendet, oder kann sich auch solch eine Beziehung zu einer gesunden entwickeln?
    LG, Diana

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    • Klar!

      Die eigene Bedürftigkeit zu erkennen, ist der erste Schritt in eine schöne, gesunde und liebevolle Beziehung.

      Ich könnte mir vorstellen, dass Dein Partner ein ähnliches Muster hat, so dass es nicht allein an Dir liegt, ob und wie die Beziehung gelingt.

      Da Du jedoch „aufgewacht“ bist, habt ihr beide die Chance, etwas Neues zu gestalten.

      😉

      Martin

      Antworten
      • Danke für Deine Antwort, Martin!

        Ja, Du hast recht! Wir haben beide unsere Muster! Jeder pflegt die seinen, was vor allem in Streitsituationen mehr als deutlich wird, da es immer nach demselben Schema läuft. Ich hoffe wir schaffen es das aufzulösen.

        Diana

        Antworten
  14. Ich war auch in einer toxischen Beziehung. Leider komme ich nicht über den Punkt, dass Gefühl überwinden zu können, dass nur wir toxisch füreinander waren.

    Woran ich das festmache? Er hat sich getrennt und ist gleich in eine scheinbar gesunde neue Beziehung gegangen. Ich dagegen leide und bin am Boden seit Monaten.

    Ich fühle mich, wie die Gestörte, die es nicht schafft die Trennung zu überwinden.

    War es ein Fall von falscher/unpassender Partner? Habe ich seine narzisstischsten Anwandlungen provoziert, weil ich so bin ich wie ich bin?

    Für mich bleibt eine Leerstelle. Und es wundert mich schon, dass er überhaupt keinen Bedarf sah diese toxische Beziehung für sich aufzuarbeiten bzw das in einer neuer Beziehung zu tun.

    Das kann mir keiner erklären. 🙁

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    • Liebe Jenni,

      auch ich habe eine sehr ungesunde Beziehung hinter mir. War sie toxisch? Definitionsfrage. Sie war schlimm genug um mich völlig aus der Bahn zu werfen. Ich habe sie beendet, aus Liebe und Sorge um mich selbst. Dass ich die Trennung ausgesprochen habe machte die Sache nicht leichter, denn selbst danach machte er mich für seinen Schmerz verantwortlich.

      Auch ich habe mich wie eine Gestörte gefühlt, weil ich nicht loslassen konnte, mich geschämt, weil ich ihn auf ein Podest stellte das er rationell gesehen nicht verdient. Ich stellte mir immer wieder Fragen: wie konnte er nur, wieso hat er nur, hätte ich…. Quälte mich regelrecht.

      Eines Tages habe ich den Satz gelesen: „ich kann nicht loslassen, weil ich nicht loslassen will“. Der Satz hat eingeschlagen, obwohl er doch so profan klingt. Ich habe mich hingesetzt und ein Selbstgespräch geführt. Schonungslos ehrlich (ich war nur mit mir zusammen), heulte Rotz und Wasser dabei und hatte das Gefühl mein Herz wird zerrissen. Ich blieb tapfer bei mir, ließ den Schmerz wüten und heilte mich offenbar selbst. Ich musste mir zugestehen, dass ich in Wirklichkeit nicht loslassen will. Weil hätte, könnte, müsste…. Ich entschied mich zu wollen. Zu leben. Zu fliegen. Es ist, als hätte mir jemand die Eisenkugeln von den Fesseln abgenommen.

      Warum schreibe ich Dir all das? Weil ich in Deiner Aussage sehe, dass Du – ähnlich wie ich bis dato – ihm noch Aufmerksamkeit schenkst, Dir Gedanken machst (seine gesunde Beziehung, er musste nichts aufarbeiten). Vielleicht ist das der Grund weshalb Du nicht über die Grenze kommst. Frag Dich – Du hast die Antwort in Dir :).

      Alles Liebe

      Antworten
  15. Liebe Doro,

    danke für Deine Antwort. Ich habe hier nicht vorbeigeschaut, weil der Kommentar nicht veröffentlich war und ich sehr ungeduldig war.

    Ich möchte Dir aber kurz erzählen, wie es mir in der Zwischenzeit ergangen ist. Vielleicht liest Du die Antwort irgendwann.
    Ich habe angefangen mich mit Spiritualität zu beschäftigen. Das war davor auch bereits so, aber es hat nie mein Bewusstsein erreicht. Dann habe ich ein Buch gesucht und es gefunden oder es hat mich gefunden und ich habe sehr rasch eine Quelle in mir gefunden, die ich Gott nennen will.
    Meine weitere Beschäftigung mit dem Thema hat mich schnell in einen, ich will ihn mal „besseren“ Zustand gebracht. Es ging mir definitiv besser, ich konnte meine Situation erkennen und ja ich habe schnell gemerkt, was Du beschreibst, eigentlich bereits davor: ich habe schwierige Widerstände, die ich nicht aufgeben wollte.

    Ich habe angefangen anders zu denken, meine Realität dadurch anders zu erschaffen und habe meine Reise da erst begonnen. Viel wurde mir bewusst, wie ich innerhalb der Beziehung in Angst gewesen bin, im Gegenteil der Liebe und trotzdem war sie immer da.

    Nun bin ich an einem Punkt, wo es mir mit mir alleine wieder gut geht. Ich fühle kein Bedürfnis nach einem Zweiten, der mich „vervollständigt“, das habe ich vor allem daran erkannt, das Dating große Widerstände in mir hervorrief und ich mich lieber mit mir selbst beschäftigen möchte.

    Doch hier endet meine Geschichte noch nicht, vor einem Monat meldete sich mein Ex wieder und fragte sehr nüchtern und banal, wie es mir ginge. Er wusste, dass bei mir ein gutartiger Tumor diganostiziert wurde und wollte sich erkundigen, ob ich ernsthaft krank bin.

    Da bemerkte ich, dass ich noch immer nicht alle Widerstände losgelassen hatte. Ich antwortete zwei Wochen später und vor einer Wochen hatten wir einen Email-Wechsel, der sich über drei Tage zog. Diese Erfahrung warf mich wieder auf meine Schatten zurück, die ich nicht geheilt habe, immer noch nicht. Es brauchte weitere drei Tage, um überhaupt wieder genug Energien für meine Reise zu sammeln.

    Was mich erschütterte, war seine Empathielosigkeit für meine Situation, er fragte nicht einmal nach, wie es mir in der Zeit seit der Trennung ergangen war. Es kam kein Wort der Entschuldigung oder Übernahme von Verantwortung, stattdessen, warf er mir ein „ich habe für einen eigenen Abschluss bereits vor unserem erneuten Kontakt gefunden.“

    Es brachte mich wieder in den Kreislauf aus er hat die Beziehung für sich abgeschlossen, so dass es ihn nicht mehr beschäftigt, stattdessen scheinen sich meine Gedanken zu bestätigen: er ist glücklich, ruht in sich und ist zufrieden, wie es gekommen ist.

    Verstehe mich nicht falsch, ich würde niemals wieder zurück in diese Form der Beziehung wollen, aber zu hören, dass der andere keine Auseinandersetzung mit sich selbst brauchte, einen völlig anderen Weg gewählt hatte und bereits da war, wo ich noch nicht bin, hat mich getroffen. Und wieder bleibt die Frage: warum hat er es geschafft, wovon ich noch weit entfernt zu sein scheine? Wie ist es möglich in einer neuen Beziehung zu sein, ohne einen Meter Verantwortung zu übernehmen? War er gesund und hat das alles schneller begriffen? Ist er unbewusst spiritueller, als ich es im Moment bin?

    Alles Fragen, die ich niemals beantwortet bekomme. Ich werde auch niemals ein Wort der Versöhnung hören. Mein Ego sehnt sich danach, mein Bewusstsein weiß es natürlich besser, aber das Ego ist stärker. Und wieder bin ich Angst und nicht in Liebe und meine er sei in Liebe. Er hat etwas ohne mich realisiert, zu dem er mit mir nicht in der Lage war. Ist das so schnell möglich…

    Ich werde meinen Weg fortsetzen, ich fühle mich nicht mehr schuldig und meine schneller wieder meine Mitte zu finden. Aber die Arbeit muss gemacht werden. Es ist ein Prozess, der Weg ist das Ziel.

    Nicht wahr? 🙂
    Jenni

    Antworten
    • Hey Jenni…ich denke Deine Fragen kann man in einem Satz beantworten…Er weiß gar nicht was Liebe und aufarbeiten ist, weil dort niemand zu Hause ist, der das je könnte. Offensichtlich glaubst du immer noch, er denkt und fühlt wie Du. Noch deutlicher…..wenn du ihn anschaust, ist es das Gleiche, als würdest Du in ein Ofenrohr schauen……….Traurig und erheiternd zugleich.
      Horst

      Antworten

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