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Harry Potter Autorin Rowling: Wenn Du Dir nicht selbst folgst, verlierst Du.

Heute hatte ich Pipi in den Augen.

Warum?

Ich habe die Rede gesehen, die Harry Potter Autorin J. K. Rowling vor Harvard Absolventen im Juni 2008 gehalten hat.

Darin schildert sie, wie sehr sie unter dem Versuch gelitten hatte, es anderen Recht zu machen – und ihre einzige Sehnsucht nicht zu leben.

Rowling erzählt ungeschminkt, warum das Scheitern gut für sie war. Und wie sie die Wende schaffte.

Mit etwas, das übrigens jeder von uns kann…

Hier ist ein Auszug aus dem Video, das – leider – in Englisch gehalten ist. Aber ich habe die wichtigsten Passagen für Dich heraus gegriffen.

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Bevor ich auf die Inhalte eingehe: Ich weiß nicht, wie es Dir beim Betrachten geht – aber Rowlings Nervosität ist nicht gespielt. Auch, wenn sie auf ihre englische Art damit Späße macht: „Durch die Rede habe ich schon ein paar Kilos Gewicht verloren – das hat sich also gelohnt.“

Besser Scheitern. (2:30)
In der Vorbereitung ihrer Rede fragte sich Rowling, was sie gerne zum Abschluss ihres Studiums gewusst hätte. Und sie ist auf zwei wichtige Dinge gestoßen. Vorstellungskraft. Und Versagen. Auf letzteres gehe ich in diesem Blog ein.

Berufung folgen. Oder anpassen? (3:20)
Rowling schildert, dass sie nach dem Studium genau wusste, was sie wollte: Romane schreiben. Aber ihre Eltern hatten andere Pläne mit ihr. Dazu muss man wissen, dass sowohl Rowlings Mutter als auch ihr Vater aus armen Verhältnissen stammten und Rowlings Familie mit sehr wenig Geld auskommen musste.

Rowlings Eltern befürchteten, dass ihre Tochter als Autorin kaum Geld verdienen würde. Geschweige denn eine Rente zu sichern (Ca. 4. Minute).

Rowling wollte englische Literatur studieren. Die Eltern meinten, Rowlings Fantasie sei ein persönliches Hobby – aber nichts für einen ordentlichen Beruf.

Was tun in einer solchen Situation?

Rowling ließ sich auf einen Kompromiss ein, der „keinem wirklich was gebracht hat“ (Minute 4.03)

Statt zu schreiben, studierte sie „Sprachen“.

Keine Vorwürfe (4:45)
„Ich möchte klar stellen“, so Rowling, „dass ich nicht auf meine Eltern sauer bin. Der Vorwurf, dass mich meine Eltern in die falsche Richtung steuerten, hat längst sein Verfallsdatum überschritten.“ (Interessante Frage: Welche Vorwürfe haben wir eigentlich, die man schon längst hätte entsorgen müssen – da mittlerweile ungenießbar).

Rowling: „In dem Augenblick, in dem Du das Steuer in der Hand halten kannst, bist Du verantwortlich.“

Armut. Angst. Und Demütigungen. (5:10)
Selbst wenn Du kein Englisch verstehst, schau bitte Rowling ins Gesicht. Was sie sagt, kommt von Innen. „Mein Eltern waren arm. Und ich war es auch… Armut ist keine noble Lebensweise. Armut verursacht Angst, Stress und manchmal sogar Depressionen. Armut bedeutet tausende von kleinen Demütigungen und Rückschlägen.“

Rowlings größte Angst: Versagen (7:20)
„Sieben Jahre nach dem Ende meine Studiums hatte ich komplett versagt. Eine sehr kurze Ehe war gescheitert, ich hatte keinen Job, ich war eine einsame Mutter und so arm, wie man in England nur arm sein kann. Fast an der Grenze zur Obdachlosigkeit.“

Ihr erschreckendes Fazit: „Die Angst, die meine Eltern um mich hatten und die ich um mich selbst hatte, war Realität geworden.“

Warum Scheitern gut ist (7:56)
Rowling: „Ich will diese Zeit nicht schön reden. Dies war eine dunkle Phase meines Lebens. Und ich hatte keine Ahnung, wie es weitergehen sollte.“

Und doch barg dieses Scheitern etwas Wichtiges: „Versagen bedeutet, alles Unwesentliche loszulassen. Ich gab mir gegenüber endlich zu, das ich diejenige war, die ich nun mal war und hörte auf, den anderen etwas vorzuspielen.“

Die Konsequenz: „Ich konzentrierte meine ganze Energie in die eine Sache, die mir wirklich was bedeutete.“

Ja sagen zu dem, was zählt.
Das ist für mich Rowlings Kernbotschaft. Es ist eine Sache zu wissen, was man will. Aber eine andere, dazu ja zu sagen.

Und dazu braucht man manchmal etwas, das wir uns im Leben nicht wünschen würden.

Rowling: „Das Scheitern hat mich befreit, weil meine größte Angst Wirklichkeit geworden war – und ich immer noch am Leben war. Und ich hatte eine Tochter, die ich liebte. Eine alte Schreibmaschine. Und eine große Idee. Und so wurde der Nullpunkt meines Lebens zum festen Boden, auf dem ich ein neues Leben aufbaute.“

Besuch in einer anderen Zukunft
An dieser Stelle lade ich Dich ein, mit mir in die Zukunft zu reisen. Stellen wir uns doch einfach mal für einen Augenblick vor, Rowling hätte diesen Schritt nicht gewagt, sondern einfach so weiter gemacht wie bisher.

Kein Harry Potter.

Keine begeisterten Fan-Schlangen um Mitternacht vor den Buchgeschäften.

Keine Hollywood-Filme.

Nichts davon.

Stattdessen erstmal: Ein Leben weiterhin in Armut. Wie das ihrer Eltern.

Dann irgendwann hätte sie vermutlich eine Stelle angenommen, mit der sie sich und ihre Tochter hätte über Wasser halten können. Irgendwo in einem Büro.

Früher oder später hätte sie einen Mann gefunden, den sie heiratet.

Und doch zutiefst unzufrieden, weil irgendwie, irgendetwas nicht in ihrem Leben stimmte.

Manchmal dieser Hauch einer Ahnung, wenn sie in einem Buchgeschäft steht, und neidisch die Titel erfolgreicher Autoren studiert.

Aber dieser Hauch verfüchtigt sich schnell wieder und sie landet in dem grauen Gewusel des Alltags mit all seinen Terminen, Verpflichtungen, schniefenden Kindernasen, unbezahlten Rechnungen und den üblichen anderen Sorgen.

Was für ein Leben.

Und was für ein Geschenk, dass das Scheitern offenbarte: „Wenn ich wirklich woanders erfolgreich gewesen wäre, hätte ich niemals die Entschiedenheit entwickelt, um in der Arena erfolgreich zu sein, zu der ich mich immer hingezogen fühlte.“

Und nun Du: Welchen Traum hast Du noch nicht gelebt?

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2 Kommentare

  1. Ein super Beitrag, so ähnlich äußern sich viele erfolgreiche Menschen, das man seinen eigenen Weg gehen soll, und sich nicht dem Druck der Masse beugt. Solche Informationen sollte es im WEB mehr geben.
    Danke!

    Viele Grüße Michael

    Antworten
  2. Lieber Martin,

    Danke für die ehrlichen und wahren Worte, die wie ich spüre von Herzen kommen,
    Ich erlebe die Situation genauso,
    hatte es aber nicht so klar formulieren können.

    Herzliche Grüße
    Martha

    Antworten

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