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Erfolgsfaktor Authentizität

Letzte Woche rief mich ein alter Bekannter an.

Er wolle mir eine kritische, aber durchaus wohlgemeinte Kritik zu meinen Artikeln geben. Ob ich dafür offen sei?

Klar doch.

Er wählte seine Worte sorgfältig, bedächtig, fast schon liebevoll: „Martin, wir kennen uns jetzt schon seit so vielen Jahren. Ich schätze Deine Arbeit sehr. Aber mir ist etwas aufgefallen, vor allem im letzten Jahr…“

Ich spürte, wie er sich wohl innerlich wandte. Wie sollte er es mir nur sagen?

„Ja“, sagte ich, „und…?“

„Meinst Du nicht, dass Du Dir selbst schadest, wenn Du von Deinen eigenen Schwierigkeiten erzählst?“

Ich wusste genau, was er meinte.

Er war ja nicht der einzige…

In der Tat bekomme  ich immer wieder Mails, weil ich mich gerne mal als Vollpfosten oute.

„Denk dran“, sagte der Bekannte. „Du veröffentlichst das alles im Netz. Das kann jeder nachlesen. Auch noch in ein paar Jahren. Du könntest Deinem Image einen ganz schönen Schaden zufügen. Hast Du das bedacht?“

Ja. Habe ich.

Sehr genau sogar.

Die Wahrheit ist: Als ich angefangen habe, über meine persönlichen Entwicklungen zu schreiben, hatte ich Zweifel.

Erhebliche sogar.

Zum Beispiel: Was werden meine Geschäftskunden dazu sagen? Schrecke ich vielleicht potenziell Interessierte ab? Könnte meine Selbstständigkeit deswegen den Bach heruntergehen?

Möglich wäre das.

Am Ende entschied ich mich jedoch anders.

Und zwar aus durchweg egoistischen Motiven.

Image ist Mist
Es ist nicht schwer, ein Image aufzubauen.

Vor allem nicht im Internet.

Man muss nur sein Werk und seine Werbung von allem entschlacken, was dem eigenen Image widerspricht, und schon hat man ein Scheinbild geschaffen, das im Netz relativ leicht zu wahren ist.

Nur nicht im echten Leben.

Und da beginnen auch schon die Kalamitäten.

Was ist, wenn einen die Leute persönlich kennen lernen wollen?

Dann ist Showtime.

Schön alles verstecken, was nicht ins Bild passt. Immer so tun, als ob. Darf man das formulieren oder nicht? Darf man von der eigenen Erfahrung erzählen oder nicht? Eine permanente Zensur, die alle intuitiven Gedankengänge in die Zange nimmt.

Und am Ende, wenn alles vorüber ist, atmet man erleichtert auf. Hat ja gottseidank keiner gemerkt.

Oder doch?

Das ist doch Stress pur.

Noch schlimmer wird das Ganze, wenn einem die Leute Bewunderung entgegenbringen. Da sie nicht einem selbst (einem Selbst), sondern einem Image gilt, freut sie nicht. Sie ist eher peinlich, und alles, was man dazu sagen kann, ist eigentlich eine Beleidigung für die gut gemeinten Ambitionen der Anderen.

Und dann kommt noch der „Guttenberg“-Effekt dazu. Früher oder später kommt eh alles raus: Wie oft hat man mir hinter vorgehaltener Hand erzählt, dass der Trainer X, den ich eigentlich so klasse fand, im echten Leben ganz anders drauf ist?

Irgendwo im Keller habe ich die vielen zerborstenen Image-Bilder aufbewahrt: NLP-Trainer, die Kommunikation unterrichteten und einander per Anwalt bekämpften. Esoterik-Lehrer, die von Liebe sprachen und sich in den Onlineforen mit Häme überschütteten. Lachtrainer, die mir unlustige Mails schrieben. Beziehungscoaches, die mir mit erstickter Stimme vom Scheitern ihrer Ehe berichteten.

Und daran ist nichts ehrenrühriges.

So sind wir halt.

Widersprüchliche Wesen.

Unfertig.

Noch dabei, sich zu entwickeln.

Das einzige, was stört, ist das Image.

Kurz: Image ist Lüge.

Wahr ist dagegen: Ich bin Coach.

Und wahr ist auch: Es gibt für mich noch eine Menge zu lernen.

Ich bin halt kein Guru. Über meinem Haupte schwebt kein Heiligenschein. Sondern eine gedankliche Wolke mit vielen Fragezeichen: Warum haben wir als Menschen Angst? Wie können wir glücklich werden? Wie kann einem die Innere Stimme auf dem eigenen Weg wirklich weiterhelfen?

Ich habe ein darauf ein paar Antworten, die ich hier in diesem Blog mit dem Rest der Welt teile.

Aber die Fragezeichen überwiegen.

Und dieser Widerspruch aus „Coach sein wollen“ und der „Fragezeichenwolke“ hat mich lange Zeit kirre gemacht.

Mehr noch: Er hat mich abgehalten, meiner Berufung nachzugehen.

Wann immer ich früher den Impuls verspürte, als Coach und Trainer aktiv zu werden, reichte ein Befindlichkeits-Check: Wie bin ich drauf? Habe ich die essenziellen Fragen allesamt gelöst? Habe ich meine Entwicklung abgeschlossen? Bin ich weise und reif genug, auf die Menschheit losgelassen zu werden?

Die Antwort war immer ein solides, sachliches, geradezu dröges: Nö.

Also habe ich mich jahrelang auf andere Projekte gestürzt. Und den Trainer und Coach eher nebenberuflich betrieben.

Irgendwann wurde mir klar: Wenn Du so weiter machst, wirst Du Deine Berufung nie leben.

Du wirst nicht fertig werden, solange Du nicht den Mumm hast, mit Unfertigem zu beginnen.

Aber was sollte ich mit dem Widerspruch machen? Einerseits coachen zu wollen. Andererseits selbst noch nicht „fertig“ zu sein?

Wie passt das zusammen?

Die Antwort lautet: Bestens.

Das Image, der schöne Schein, ist indes das einzige, was nicht mit dem Leben zusammenpasst.

Wir sind und bleiben widersprüchlich. Wir haben holde und weniger heilige Gefühle und Gedanken. Mal sind wir im Flow und leisten Großartiges. Und dann eben mal auch nicht.

Selbst ein Boris Becker oder eine Steffi Graf haben nicht jedes Match gewonnen. Durften sie deswegen kein Profi-Tennis mehr spielen? Welcher Spitzenmusiker hat nicht mal das eine oder andere Konzert in den Sand gesetzt?

Warum also das Unfertige, Ungelungene verschweigen?

„Weil es sich besser verkauft“, entgegnete mein Bekannter.

Tatsächlich?

Authentizität verkauft sich besser
Ich muss zugeben, dass ich den eigenen Weg zum „Ehrlichsein“ schrittweise gegangen bin. Mein Buch „Quest“ ist ein solcher Schritt gewesen. In ihm berichte ich von einer schwierigen Krise, die mein Leben durcheinander gewirbelt hatte – und an deren Ende der Durchbruch zu meiner eigenen Berufung wartete. Das Buch und der darin beschriebene Prozess sind die Früchte meiner zuweilen ziemlich misslichen Erfahrung. Darüber zu schreiben, war mir peinlich. Aber auch befreiend.

Nicht jeder mag Derartiges unbedingt (siehe hier…).

Und doch fanden die Meisten, die mir Feedback gaben, die persönlichen Passagen am besten.

Letztes Jahr (2010) ging ich dann einen erheblichen Schritt weiter. Ich berichtete nicht mehr nur über das Vergangene, über das ich in Quest ja letztendlich triumphiert hatte. Ich erzählte live. Ein Direktreport aus meinem Leben. Mit all den Ungewissheiten, denn die Erfahrung selbst ist ja nur die halbe Miete. Die Einsichten und Erkenntnisse, die man daraus schürfen kann, sind noch nicht da. Höchstens als unausgegorene Ideen, die man aber nur sehr bedingt mit anderen teilen kann. Die daraus resultierenden Erfolge, mit denen man dann abschließend glänzen könnte, fehlen indes vollständig.

Trotzdem darüber zu schreiben, hat mich Schweiß gekostet.

Und doch war auch dieser Schritt befreiend. An dem volkstümlichen „Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“ ist doch einiges Wahres dran.

Ich fühlte mich nicht nur freier, der Draht zu meinen Mitmenschen wurde obendrein intensiver.

Da gab es zunächst viele Leute, die mir schrieben: „Martin, Du ahnst gar nicht, wie gut es mir tut zu wissen, dass ich nicht der einzige mit diesen Sorgen bin.“ Oder: „Danke, dass Du Dich so ehrlich zeigst. Das macht Mut.“

Dann die Telefonate: Bekannte, Geschäftsfreunde und andere, von denen ich es nicht vermutet hätte, erzählten mir von ihren eigenen Krisen. Endlich war da mal jemand, bei dem man sich für den eigenen „Scheiß“ nicht zu schämen brauchte.

Das Interessanteste jedoch geschah, als ich kurz nach dem Ende meiner Berichterstattung einen neuen Kurs veröffentlichte: Finde Deine Innere Stimme.

Eigentlich hätte ich ja nach meiner wahrheitsgetreuen Schilderung einen herben Rückschlag einstecken müssen.

Die Verkaufszahlen jedoch schnellten zügig nach oben. Der „Run“ war so groß wie bei keinem einzigen Kurs zuvor.

Ich gebe zu: Beim ersten Mal hielt ich das noch für Zufall.

Als ich den Kurs ein zweites Mal anbot, war es wieder ein Erfolg. Und das Gleiche gilt auch für die dritte Rutsche.

Ich bin mir nun ziemlich sicher: Authentizität zahlt sich aus.

Klar: Es gibt Leute, die meine Artikel nicht mögen. Die sich niemals von mir coachen lassen würden. Oder einen Kurs buchen wollten.

Und?

Was ist daran so schlimm?

Ist doch gut so!

Diejenigen, die nicht mögen, was ich sage, schreibe und mache, können, sollen, ja müssen draußen bleiben. Denen habe ich nichts zu geben.

Die brauchen ganz einfach was anderes, als mich.

Wer bleibt, sind diejenigen, die sich angesprochen fühlen. Die in sich eine Saite schwingen fühlen, wenn sie mich in Wort, Video und Schrift erleben.

(Und als kleine Randnotiz: Selbst der oben erwähnte Buchkritiker hat mich beauftragt, ihn bei der Erstellung eines Leitbilds für sein Unternehmen zu unterstützen).

Aber das ist nur meine Meinung.

Was sagst Du dazu?

Weitere Infos zum Thema „Innere Stimme“

Mehr über die „Innere Stimme“ lernen
Der gratis Schnupperkurs „Finde Deine Innere Stimme“

Der Kurs: Finde Deine Innere Stimme

14 Kommentare

  1. Lieber Martin,
    mit sehr großem Interesse habe ich Deinen Beitrag zum Thema Offenheit und Authentizität gelesen. Ich kenne das auch sehr gut, wie offen darf ich von meinen schwachen Seiten erzählen. Mache ich mir da mein Image kaputt und in meinem Newsletter traue ich mir auch immer mehr, mich zu zeigen, wie ich bin mit all meinen Seiten. Auch wir Trainer und Coaches sind keine Übermenschen. Und wenn dann Kunden wegbleiben, dann soll das so sein.

    Ich danke Dir sehr für diesen Artikel und mir macht das viel Mut und gibt mir auch Kraft. Es ist wichtig, dass es Menschen wie Dich gibt.

    Liebe Grüße
    Brigitte

    Antworten
  2. Lieber Martin,

    ich bin vollkommen deiner Meinung. Wenn jemand sein Image aufpolieren muss, dann zeugt das doch nur von Schwäche und Unsicherheit. Das spürt dann, wie du mit einer rhetorischen Frage angedeutet hast, jeder. Irgendwie. Irgendwann. Wer offen zeigen kann, welche Schwächen und Probleme er hat, zeigt, erstens, dass er damit umgehen kann, zweitens schafft er damit Vertrauen und drittens gibt er natürlich auch anderen Mut, die sich vor dem „vollkommenen“ „Meister“ dann nicht als total unfähige und „unvollkommene“ Idioten vorkommen.

    Mit Ehrlichkeit habe ich auch schon viele überraschende und positive Erlebnisse gehabt (natürlich auch negative, aber ich möchte ja auch nicht auf Biegen und Brechen gefallen, sondern mir selbst treu bleiben, ist einfach so, egoistisch halt) und ich versuche immer möglichst ehrlich zu sein, auch wenn die Wahrheit oft unangenehm ist, aber sehr hilfreich. Jedoch schwer ist die Authentizität allemal: oft glaubt man, durch das Verbiegen der Wahrheit formt man diese zu einer besseren. (Na, gut, manchmal sind kleine Korrekturen ganz hilfreich, vor allem, wenn die Gegenpartei es nicht gut mit einem meint und die Situation brenzlig ist, dann ist das oft der einzige Ausweg) Aber im guten Zwischenmenschlichen ist Authentizität wie Wasser: sie kann die Beziehung wachsen lassen oder sie „spült“ eine Beziehung fort, die zu schwach ist, das zu ertragen.

    Also, ich finde es sehr gut, Martin, wie du dein Coaching gestaltest!

    Viele Grüße,

    Manuel

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  3. Lieber Martin,

    auch wenn ich noch kein Seminar bei Dir besucht habe, so lese ich Deine Mails immer wieder mit Begeisterung. Sie veranschaulichen mit einfühlsamen Worten, bildhaften Beschreibungen und wertschätzenden Formulierungen, wie bei Menschen Veränderungen möglich sind. Meine Anerkennung hierzu.

    Viele Menschen wünschen sich mehr Selbst-Bewusst-sein und genau hierzu ist „Achtsamkeit“ ein wesentlicher Schlüssel. Wer achtsam ist, dem fällt auf, ob das Selbstbild (eigene Bewertung: so bin ich) vom Wunschbild (eigenes Ideal: So will ich sein bzw. wirken)abweicht. Oftmals gibt es noch ein Bild dazwischen, nach dem Motto: So will ich auf andere wirken. Je größer die Abweichung von Selbstbild und Wunschbild, desto unzufriedener ist der Mensch mit sich selbst. Die häufigste Reaktion: Er muss sich verbiegen, um anders zu wirken als er sich selbst empfindet. Das ist auf Dauer enorm anstrengend.

    Um sich seiner selbst bewusster zu werden, bedarf es auch der Ehrlichkeit, Ehrlichkeit gegenüber sich selbst. Nichts ins anstrengender, dauerhafter und ohne Aussicht auf Erfolg als zu leugnen, dass es so ist, wie es ist. Und doch ist es bei vielen Menschen sehr beliebt, insbesondere bei sich selbst.

    Jeder hat ein Image. Schließlich wirken wir immer auf andere. Wenn diese Wirkung nicht so ist, wie es uns gefällt, dann wird sie oftmals „angepasst“. Und damit wird es ganz deutlich. Nur wer ein Defizit feststellt, ja, wer ein Defizit erkennt und auch anerkennt, der sieht auch die Notwendigkeit etwas zu verändern.

    Doch die Möglichkeiten der Veränderung sind zahlreich – und sich selbst etwas vormachen geht auf den ersten Blick schnell und ist bequem und daher auch beliebt. Der Nachteil: Es funktioniert nicht wirklich, es sieht nur so aus.

    Warum? Weil sich ein Mensch nicht auf Dauer selbst etwas vormachen kann. Doch die Folgen dieses Verhaltens, ja, Selbstbetrugs sind heftig.

    Vor allem durch „Achtsamkeit“ kann man sich dieser bewusst werden. Denn: Wie geht ein Mensch mit sich selbst um, wenn er sich selbst etwas vormacht? Richtig. Er ist nicht vertrauenswürdig. Die Folge: Das Vertrauen in sich selbst leidet. Das Ergebnis: Mangelndes Selbstvertrauen. Der Teufelskreis: Die Unzufriedenheit mit sich selbst steigt und damit der Druck zur Veränderung. Leider wird dieser noch zu selten für wirkliche und ehrliche Veränderungen genutzt, sondern dazu, noch mehr und noch stärkere aktive „Imagepflege“ zu betreiben. Doch irgendwann kommt die Einsicht: Zur Ehrlichkeit sich selbst gegenüber gibt es keine sinnvolle Alternative.

    Mit diesen Worte wünsche ich Dir, lieber Martin, weiterhin viel Erfolg und alles alles Gute und allen Menschen noch mehr Mut, Kraft und Ausdauer auf ihrem Weg zu ihrem wahren Selbst.

    Mit herzlichen Grüßen – Robert Knitt von der IMBEMA-Consult GmbH

    P.S. Ein Spruch, der mich sehr berührt hat lautet: Es ist nie zu spät um der zu werden, der Du bist.

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  4. Hallo Martin, ich glaube auch, dass Authentizität die Lösung ist, jedenfalls für mich.
    Ich brauche Mut, es zu tun, denn es kommt natürlich Kritik. Ich unterscheide mich auf einmal von der Masse. Huch !
    Die eigenen Schwächen zu „veröffentlichen“ macht auch anderen Mut, denn wer hat schon keine? Ich habe aber auch schon gedacht: von der Person würde ich mich nicht coachen lassen, die kriegt es ja selbst nicht geregelt.
    Also: was brauche ich, damit ich (trotz Schwächen und Fehlern) Vertrauen haben kann, adss die Person mir hilft? Ich denke, es ist der Eindruck, dass der Coach selbst lernt, aus seinen Rückschlägen, aus dem Leben….

    Das ist bei Dir der Fall, soweit ich das beobachte.

    Also mir gefällt das und ich glaube sofort, dass es zum Erfolg führt.
    In diesem Sinne
    Christine

    Antworten
  5. Guten Morgen Martin,

    klasse – ich hab gestrahlt beim Lesen Deines Beitrags! Denn – ich bin diesen Weg auch vor kurzem gegangen und habe ähnliche Reaktionen wie Du erhalten. Viele fanden es klasse, einige wenige (laute 😉 ) meinten: das geht ja gar nicht, als Coach ein absolutes No-Go!

    Wobei ich mich gar nicht als Coach sehe und bezeichne 🙂

    Es hat mir meinen Weg ungemein erleichtert und bringt sehr viel positive Energie …

    Schön zu lesen, dass es einem erfolgreichen Kollegen ähnlich ergangen ist … dann „darf“ ich ja jetzt auch Erfolg haben *lach*

    Fröhliche Grüße aus Düsseldorf,
    Ulrike

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  6. Für mich sind Authentizität und Empathie das Wichtigste, was es im Bereich des Coachings überhaupt gibt. Nur wenn man als Coach seine wirkliche Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen zeigt, ist und bleibt man glaubwürdig! Ich wünsche Dir und uns allen, die wir diese Lebensphilosophie vertreten, dass uns immer die Menschen begegnen, denen wir mit unserer Authentizität nützlich sein können. Mit den besten Grüßen, Marianne

    Antworten
  7. Vielen Dank für diese authentischen Worte!
    Der Satz „ich muss erst noch *weiser, selbstsicherer, geschickter, fertiger, erfahrener…* werden, damit ich *xyz* machen kann“, kann eine unglaubliche Bremse sein und erfolgreich verhindern, dass man (ich) sich (mich) aus der Komfortzone herausbewegt.
    Aber etwas Positives hat es auch, sich dem zu stellen. So kann ich überprüfen, ob ich das, was ich „eigentlich“ will (z.B. coachen) auch wirklich will und dafür bereit bin, meine Komfortzone zu verlassen.
    (Beim Schreiben denke ich gerade „kann ich das überhaupt so schreiben, ist das überhaupt so und versteht das irgend jemand außer mir“ *lach*)
    Beste Grüße
    Petra

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  8. Lieber Martin,

    ich finde deine Offenheit klasse! Auch ich habe mich anfangs gefragt, ob es gut ist, dass du dich so vollkommen unvollkommen zeigst. Du hast mich überzeugt und bist für mich inzwischen ein echtes Vorbild.

    Und der Erfolg gibt dir Recht: Ich kaufe dich seit Jahren als Coach und Trainer für unsere Mitarbeiter ein, und vielleicht in Zukunft noch mehr?

    Schön, das wir uns kennen!

    Sabine

    Antworten
    • Oha, da verwechselt aber jemand Authentizität mit Kompetenz …

      Antworten
      • Hallo Bettina

        nur dass Du das weißt: Die Frau, die Du hier belehren willst, war mir nicht nur eine sehr wichtige und bedeutsame Freundin – sie ist auch 3 Tage vor Deinem hochnäsigen, belehrenden und im übrigen vollkommen irregeleiteten Kommentar an Krebs gestorben.

        Dass sie gestorben ist, konntest Du nicht wissen.

        Was diese Antwort von Sabine bedeutete, hättest Du aber sehr wohl begreifen können. Allerdings setzt das etwas voraus, das Du nicht besitzt. Empathie. Einfühlunsgsvermögen. Ein Gespür, zwischen den Zeilen lesen zu können.

        Sabine war eine extrem smarte Frau, die in der Bertelsmann Stiftung viele wichtige Impulse gesetzt hat. Vor allem zu Themen wie Stress, Burn Out etc.

        Sabine und ich kannten uns seit vielen Jahren und wir haben sehr oft darüber gesprochen und debattiert, ob es richtig ist, sich bei der Arbeit authentisch und damit auch (!) verletzlich und schwach zu zeigen.

        Mir war Authentizität wichtig und für sie war es ein Zeichen sozialer Intelligenz, darauf zu achten, was andere über sie denken.

        Und obwohl ich das nicht zu 100% stimmig fand, musste ich ihr dennoch auch beipflichten. Ganz auf die Meinung anderer Menschen zu verzichten, kann in soziale Isolation und zum Scheitern der eigenen Träume führen.

        Kurz und gut: Es war immer ein wichtiges Thema, dem wir beide durch einen gemeinsamen Diskurs viele spannende Einsichten abgewinnen konnten.

        Und auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, so einte uns die Suche nach einem erfüllten und sinnvollen Leben.

        Ihr Kommentar oben, den Du hier mal wieder mit Deiner ebenso arroganten wie auch ignoranten Art missinterpretiert hast, war ihr liebevolles und wertschätzendes Zeichen, dass Authentizität im Job sehr wohl zählt (und wie wichtig ihr unser gemeinsames Miteinander ist).

        Aber all das kannst Du zwischen all den Zeilen nicht spüren. Stattdessen hast Du ihren Beitrag missbrauchen wollen, in dem Du Dich als Besserwisserin positionierst.

        Hochmut kommt vor dem Fall, Bettina, und ich hoffe sehr in Deinem eigenen Interesse, dass Du schnell lernst, bescheidener zu werden und vor allem aufhörst, andere zu belehren.

        Martin

        Antworten
  9. Lieber Martin, wie wahr alles ist.
    Auch mir sind sämtliche Höhen und Tiefen, kann ich das überhaupt zeigen, sollte ich nicht lieber…. bestens vertraut.
    Da ich auch im Bereich Coaching / Beratung unterwegs bin kam auch für mich die Stunde der eigenen Wahrheit.
    Wie kann ich Öffnung, Konfrontation und Annahme von eigenen Problemen, Schmerzen etc. von meinem Klienten verlangen, oder erbitten, wenn ich es bei mir selbst nicht kann. Es hat auch noch niemandem geschadet, sagen zu können, ich weiß, mir ging es mal ähnlich und es tut weh…
    Da keiner in einem luftleeren Raum lebt, macht jeder zwangsläufig sowohl gute, als auch weniger gute Erfahrungen. Wichtig ist doch nur, was lernen wir daraus.
    Vor einiger Zeit hatte ich mit Wegbegleitern zu tun, die eine wunderbare Sache entwickelt hatten und auch noch dabei sind.
    Leider war ich als nicht zum „inneren Zirkel“ gehörend, nur aufgefordert zum Schulterklopfen und begeistert sein.
    Wenn meine Ausführungen nicht so waren, wie gewünscht, gab es schon mal krasse Spitzen. Es hat zwar gedauert, den Kreis zu verlassen, danach war es befreiend.
    Und ich persönlich möchte auch nie mehr mit Menschen zusammenarbeiten, die sich im „Olymp“ stehend betrachten.
    Wir sind eine große Menschengemeinde, mit allem was dazu gehört, mir muß ja nicht alles gefallen und das wäre langfristig auch langweilig. Oder? 🙂
    Lieber Martin mach bitte weiter so, mir gefällt deine Art sehr und sie hat mir auch schon zu manch gutem eigenen Anstoß verholfen.

    Antworten
  10. Hallo Martin,

    ich gebe Dir nicht nur recht, dass sich verstellen oder ein geschöntes öffentliches Bild aufzubauen nicht authentisch ist, anstrengend ist weil man immer drauf achten muss seinem Wunsch- oder Ziel-Bild zu entsprechen und immer von der Gefahr bedroht wird, als ‚Blender‘ enttarnt und entzaubert zu werden. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter.

    Frage: wem würdest Du eher Dein Geld anvertrauen? Jemandem der eine Ausbildung mit Bravur hingelegt, aber keine Erfahrungen im Meistern von Krisen hat, oder einem, der auch schon mal gescheitert ist und genau aus eigener Erfahrung weiß, wie man den Karren wieder aus dem Dreck zieht? Echtes Talent zeigt sich nicht da, wo alles gut läuft. Das zeigt sich gerade da, wo man auf Probleme stößt und ggf. auch mal eine komplette Bauchlandung macht.

    Ein Beziehungscoach, der aus eigenem ErLeben genau weiß, wie es sich anfühlt, den geliebten Partner zu verlieren und welche eigenen Fehler dazu beigetragen haben, kann mich besser verstehen und mich vielleicht davor bewahren, die bereits (von ihm) gemachten Fehler zu vermeiden. Er kann authentisch schildern, wie es IST, diese Fehler zu machen, nicht wie es sich wahrscheinlich anfühlen WÜRDE, WÄRE man theoretisch in dieser Situation.
    Ein guter Verkäufer zeigt sein Talent gerade bei der Reklamation oder Eskalationsgesprächen, und nicht (nur) im ausgefeilten Verkaufsgesprächs-Dialog. Diese Liste ist beliebig erweiterbar.

    Und zu guter Letzt ist nicht das Richtige, was der Kopf zu wissen meint, sondern was der Bauch fühlt. Man muss nur den Mut haben, den vermeintlich sicheren Weg zu verlassen und auf seinen Bauch, oder wie Du es nennst: die innere Stimme, zu hören. Dein Innere-Stimme-Kurs hat bestimmt gerade deshalb so einen Zulauf, weil wir es im Inneren genau wissen, dass es richtig ist, auch wenn es wissenschaftlich nicht messbar oder erklärbar ist.

    Und Deine Erfolge, z.B mit meinem Coaching ‚Negative Überzeugungen auflösen‘ sprechen für sich und zeigen, dass Rückschläge und Pannen zu einem wirklichen Entwicklungsprozess dazu gehören. Was ich damit meine (Ultrakurzfassung):
    Ich hatte das Coaching mit Dir und habe darin den negativen Glaubenssatz ‚Gehaltsverhandlungen sind schwer und ich werde über den Tisch gezogen‘ behandelt. Ich wollte eine Gehaltserhöhung, die überfällig war. Dass ich in dem Job eigentlich sehr unzufrieden war, schwang nur so nebenbei mit. Ein paar Tage nach dem Coaching hab ich ein Gehaltsgespräch angestoßen, mit Erfolg. Einige Wochen später bekam ich zwei Hörstürze (so was kommt von Stress) innerhalb 4 Wochen. Ich wurde entlassen, ich sei zu oft krank. Da mein alter Arbeitgeber keine arbeitsrechtlichen Gründe vorweisen konnte, habe ich eine gute Abfindung erstritten. Damit habe ich mir eine Auszeit gegönnt in der ich mich beruflich neu aufgestellt habe. Inzwischen habe ich seit einem guten Jahr eine neue Aufgabe, die mir im Gegensatz zu vorher total viel Spaß macht, in der ich voll anerkannt werde und Verantwortung tragen darf, und die mir dazu noch ein UM EIN DRITTEL HÖHERES (!!!) Einkommen beschert, als ich vorher hatte. Und ich war seitdem nicht einen einzigen Tag krank geschrieben. Der ganze Prozess hat – vom Coaching bis jetzt – NUR ca. 1 1/2 Jahre gedauert. Wenn das keine Referenz für Dich, und Deine ganz persönliche Art die Dinge anzugehen, ist, lieber Martin, weiß ich es auch nicht.

    Liebe Grüße und danke für alles
    Andrea

    Antworten
  11. Lieber Martin, auch ich habe mir schon oft zum Thema „Ehrlichkeit hat seinen Preis meine Gedanken gemacht“. Meine Kinder und ich durften schon ein paar mal erleben, dass ein ehrlicher Weg oberflächlich betrachtet der steinigere war. Im Rückblick waren wir dann froh, doch ehrlich gewesen zu sein. Durch deinen Beitrag können wir nun unseren Glaubenssatz ändern. Ehrlichkeit kann auch Erfolg bringen. Danke.
    Nun kommt auch bei mir die Überlegung, ob ich das so schreiben kann. Ja, ich darf und ich kann und ich bedanke mich recht herzlich für die tollen, hilfreichen und ehrlichen Beiträge.
    Liebe Grüße
    Barbara

    Antworten
  12. Lieber Martin
    ich kann Dir zur Ehrlichkeit nur gratulieren. Ich freue mich immer wenn ich trotz der knappen Zeit wieder reinschauen kann und jedesmal neue Anregungen finde!Weiter so.
    Liebe Grüsse Astrid

    Antworten

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