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Enthüllt: Das „Geheimrezept“ für Deinen Erfolg!

Wer hätte das gedacht? Letzten Samstag wurde es mir offenbart: Das echte Geheimrezept für den Erfolg.

Glaubst Du nicht?

Solltest Du aber.

Denn ich meine das wirklich ernst.

Offenbart wurde mir das asiatische Kleinod…

…in einem Film.

„Kung Fu Panda“, um genau zu sein.

Solltest Du jetzt denken, dass ich doch Scherze mit Deiner werten Aufmerksamkeit treibe – ich meine es nach wie vor ernst. In diesem Film wurde wirklich das Geheimrezept für den Erfolg offenbart.

Und: Ich beschränke mich hier auf das Notwendige, damit Du den Film auch nach meiner Offenbarung genießen kannst.

Der Film beginnt mit einem Traum: Wir sehen einen gewaltigen Kung Fu Meister, verkörpert durch einen mächtigen Pandabär, der seine Gegner in Schutt und Asche zerlegt. Aber aus dieser atemberaubenden Kampfchoreographie werden wir herausgerissen – und landen in der Realität.

Der Träumer ist in Wirklichkeit ein tollpatschiger, untrainierter und kurzatmiger Pandabär, der seine Tagewerk in der Suppenküche seines Zieh-Vaters, einer Ente, verrichtet.

Wir erfahren, dass der Zieh-Vater sich nichts sehnlicher wünscht, als dass sein Sohn in seine Fußstapfen tritt. Und wenn der Tag gekommen ist, wird er ihm nicht nur die Geschäfte der Suppenküche übergeben, sondern obendrein verraten, welche geheime Zutat er für seine überaus erfolgreiche und heiß geliebte „magische Suppe“ verwendet.

In dieser Konstellation sind schon einige interessante Aspekte zu finden: In vielen Märchen und Mythen wachsen die Helden nicht bei ihren wirklichen Eltern sondern bei Stiefeltern auf: Aschenputtel, Luke Skywalker, Ödipus, Harry Potter, Siegfried sind nur einige der Kandidaten. Die Stiefeltern sind ein Zeichen, dass der Held oder die Heldin nichts über ihre wahre Herkunft wissen. Und weil beide keine Ahnung haben, aus welchem Holz sie tatsächlich geschnitzt sind, erscheinen ihnen die Träume als Wolkenkuckucksheime. Unterhaltend. Anregend. Aber vollkommen realitätsfern.

Damit der Held oder die Heldin die Fähigkeiten entdeckt, kommt ein Ruf, eine Einladung zum Abenteuer ins Spiel. Und die erfolgt in dieser Geschichte durch den Ausbruch des gefürchteten Tai Lung, der von dem Kampfkunstmeister Zifu ausgebildet worden war und sich dann für die böse Seite des Lebens entschieden hat (Mhm. Genau. Star Wars lässt grüßen.)

An dieser Stelle erlaube ich mir eine Abkürzung: Durch eine Vielzahl von urkomischen Verwicklungen und Wendungen wird der dicke, ungeschickte Pandabär zum Drachenkrieger gekürt und soll gegen Tai Lung antreten. Eine undankbare Aufgabe für Meister Zifu, denn wie soll er den Panda in wenigen Tagen zum wendigen Kung Fu Kämpfer transformieren? Zumal seine fünf besten und seit Jahren trainierten Schüler allesamt an der überbordenden Macht des Tai Lung scheitern?

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Ein Ausweg scheint die „Drachenrolle“ zu offenbaren. Ein geheimes Dokument, das seit vielen Jahrzehnten in einem Tempel aufbewahrt wird und das keiner lesen darf, denn es verleiht eine unzerstörbare Macht. Zifus Hoffnung: Liest der Panda das magische Geheimnis, wird er Tai Lung ebenbürtig sein.

Klingt das nicht irgendwie vertraut?

Ist das nicht ein typisches Szenario, das wir alle kennen?

Haben wir nicht alle irgendwo in unserem Inneren große Träume? Von einem großartigen Leben?

Und sind wir nicht alle zugleich mit einer – sagen wir mal – abgespeckten Realität vertraut, in der wir uns zuweilen wie der Pandabär tollpatschig fortbewegen? Mit all den Fehlern, Macken und Problemchen, die wir mit uns herumschleppen?

Und ist es nicht so, dass wir alle – manchmal – auf der Suche nach der Geheimzutat sind?

Und könnte diese Sehnsucht nach der Zutat tatsächlich so groß sein, dass ein Film, wie „The Secret“ weltweit zu einem Millionen-Bestseller avanciert?

Lebt nicht eine gesamte Lebenshilfe-Industrie (zu der ich auch gehöre) mit ihren Büchern, CDs, DVDs, Seminaren, Workshops und Coachings von der Suche nach der geheimen Zutat?

Kurz: Sind wir nicht alle ab und zu ein bisschen Panda und hätten gerne DAS Geheimrezept zu Glück, Liebe Erfüllung, Erfolg, Wohlstand, vielleicht sogar Reichtum?

Gute Nachricht: ich habe die Formel gefunden.

Und nein: Ich werde sie Dir nicht verkaufen.

Du kannst sie hier und jetzt lesen.

Interessiert?

Wusste ich doch.

Also weiter im Text.

Da ist also diese geheimnisvolle Rolle mit dem noch geheimnisvolleren Geheimnis und der Tag kommt, an dem Meister Zifu dem Panda die Rolle überreicht.

Der Panda öffnet die Rolle.

Trommelwirbel.

Bumm.

Rollt das Papyrus auf.

Und –

Da steht nichts geschrieben.

Null.

Nada.

Nix.

Ehrlich.

Ok. Das einzige, was man sieht: Das Gesicht des Panda spiegelt sich im Papier.

Aha! werden die Gewieften unter Euch ausrufen: Das kenne ich doch.

Mhm.

Neu ist das nicht.

Es wird aber noch schlimmer.

Zifu und der Panda sind am Boden zerstört. Keine Macht wurde übertragen. Alles ist so wie vorher. Also beschließen beide, das Dorf, zu dem sie gehören, zu evakuieren. Gegen Tai Lung ist kein Kraut gewachsen. Schon gar nicht das „Geheimnis“ aus der Drachenrolle.

Während also allgemeiner Aufbruch herrscht, kehrt der Panda zu seinem Ziehvater zurück. Die großen Fantasien vom Kung Fu Meister sind allesamt ausgeträumt. Aber des einen Leid ist des anderen Freud. Und in diesem Fall ist es der Ziehvater, der in die Flügel klatscht. Endlich kann sein Sohn in seine Fußstapfen treten.

Ein weiterer Höhepunkt bahnt sich an. Denn nun verrät der Ziehvater dem Panda die geheime Zutat seiner magischen Suppe.

Trommelwirbel.

Diesmal lauter und mächtiger.

Braust auf, bis es kaum noch auszuhalten ist.

Staccatoschlag.

Stille.

„Es gibt keine geheime Zutat.“

WAAAAAS?

Mhm.

Ja, richtig gelesen.

Es gibt keine geheime Zutat.

„Allein dass die Leute glauben, es gäbe etwas Besonderes an der Suppe, macht die Suppe besonders.“, erklärt die Ente.

Oh nein, werden die Gewieften ausrufen: jetzt kommt auch noch der Placeboeffekt auf den Tisch.

Genau.

Tut er.

Wir alle wissen, was der Placebo-Effekt ist. Wenn ich denke, mich macht eine Pille gesund, dann kann sie tatsächlich wirken – selbst wenn sie nur aus Kochsalz ist.

Dieser Heilungseffekt gelingt so beharrlich, dass er inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen ist. „Beispielsweise können Placebos hochwirksam bei Rückenschmerzen sein. Es zeigte sich in einer Studie, dass allein die Information, ein starkes Schmerzmittel zu bekommen, zu einem klinisch relevanten analgetischen Effekt führte…Richtig eingesetzt gehört der Placeboeffekt bei manchen Krankheitsbildern zu den wirksamsten Werkzeugen des Arztes.“ (Siehe Wikipedia)

Und so ist es auch mit der Suppe. Die Geheimzutat macht sie leckerer.

Aber die nüchterne Wahrheit bleibt bestehen: Es gibt keine geheime Zutat.

Sorry.

Obwohl: Es gibt eine.

Aber dazu komme ich gleich.

Aber erst mal müssen wir hier festhalten: Es gibt keine geheime Zutat.

(Du bist gerade etwas verwirrt? Gut so!)

Stattdessen lüfte ich hier ein weiteres, diesmal weitaus persönlicheres Geheimnis: Ich glaube, dass ich seit meinem 16. Lebensjahr locker Hunderte von Büchern über Coaching, Psychologie bis Spiritualität gelesen haben. Ich würde mal tippen: So an die 700 – 800. Darüber hinaus habe ich seit 1989 unzählige Seminare besucht. Viele davon, die von großen Namen geleitet wurden.

Und ich kann Dir versichern: Da gab es ebenfalls keine geheime Zutat, die mich magischerweise in den Glückshimmel befördert hat. Obwohl ich oft den Eindruck hatte, das mir genau das versprochen wurde.

Und da ich viele der großen Namen auch privat erlebt habe, kann ich mit Verlaub sagen: Auch die befanden sich nicht im magischen Glückshimmel.

Vielleicht sollte ich noch eines der 8.000 Dollar Seminare von Tony Robbins besuchen. Vielleicht erfahre ich es da.

Aber ich vermute und befürchte: Auch da wird mir die geheime Zutat nicht überreicht werden.

Und damit behält die Drachenrolle auf unvorteilhafte Weise recht: Es gibt keine geheime Zutat. Alles was wir haben, sind wir selbst.

Mhm, sagst Du nun.

Ist das alles?

Nö.

Da ist ja noch die Ente.

Denn erst wenn wir glauben, dass da etwas besonderes in uns ist, gewinnen wir an Kraft.

Du erinnerst Dich: Der Placebo-Effekt.

Daran erinnert sich auch unser Panda, und mit dieser Einsicht beseelt begibt er sich in den Kampf mit Tai Lung, aus dem er, Sie ahnen und wissen es, als Sieger hervorgeht.

Der Punkt jedoch ist, wie er gewinnt. Und den verrate ich hier nicht.

Ok, na gut, ein bisschen will ich den Vorhang denn doch heben. Aber nur ein bisschen: Er gewinnt den Kampf, weil er sich auf seine Eigenheiten, ja, man könnte auch sagen, seine Macken besinnt, die sich im Kampf auf Leben und Tod unvermutet als Stärke erweisen.

Damit bin ich fast ans Ende meiner heutigen Litanei angelangt.

Aber nur fast.

Denn es ist natürlich eine Lüge zu sagen, es gäbe keine geheime Zutat.

Es gibt sie doch.

Wie kann der Glaube an so etwas Banales wie eine Kochsalzpille heilende Wirkung verleihen?

DIESES Geheimnis ist noch nicht gelöst.

So warnt Wikipedia bei dem Abschnitt „Theorien zur Entstehung des Placebo-Effektes“: „…dieser Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. “

Genau.

Keiner weiß das bis heute genau.

Muss man aber auch nicht.

Denn der Placeboeffekt wirkt auch so: Wenn wir glauben, dass etwas heilt, kann es heilen.

Damit löse ich zum Schluss doch noch mein Versprechen ein.

Denn das ist in der Tat eine geheime Zutat, die Erfolg in sich trägt.

Fassen wir zusammen.

Vielleicht sind wir wirklich ein bisschen Panda und haben große Träume und (!) suchen da draußen nach der Drachenrolle.

Und was passiert…

… wenn wir aufhören, woanders zu suchen?

Keinem Geheimrezept mehr hinterher laufen?

Und uns stattdessen auf das besinnen, was wir wirklich haben?

Uns selbst.

Und wenn wir darauf den Placeboprozess anwenden.

Und beginnen, an uns zu glauben?

Nur ein kleines bisschen?

Was wird dann in uns geweckt?

Und ent-deckt?

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4 Kommentare

  1. Martin, du bist Klasse!
    Ich bestätige mal deine Worte und schreibe dir: Meine Erfahrung zeigt mir: ICH MUSS ES TUN! TROTZ ANGST UND ZWEIFEL! ICH MUSS ES TUN! Dann bekomme ich energetische Unterstützung!

    Kostet Überwindung, kosten Mut und klappt nicht immer gleich! Grins!!

    Herzensgrüße von
    Kerstin

    Antworten
  2. Hallo Kerstin,

    danke für die Blumen. 😉

    Vielleicht kannst Du es ja MIT Angst und Zweifel machen? Die beiden sind ja eh da, und von daher lohnt es sich vielleicht, die beiden Freunde mit ins Boot zu nehmen: „Tag, angenehm, meine Name ist Kerstin. Schön, dass Ihr beiden gerade dabei seid. Was haltet Ihr davon, wenn wir die nächsten Schritte gemeinsam machen?“

    Könnte ja sein, dass die beiden sich freuen.

    😀

    Martin

    Antworten
  3. Herzliches Hallo an alle Lesenden,
    Martins Verknüpfung von KungFuPanda und the secret aus Weißsche Art hat meine Stimmung heute enorm aufgemöbelt.
    Vor allem weil ich die Bücher, Kurse, Foren aufgehört habe zu zählen, der Begriff Coaching von extrem seicht bis hoch akademisch benutzt wird und ich es schade finde, dass sich „Jedermann“ noch scheut, sich den dahinter steckenden Prozessen zu stellen oder Anleitung/Begleitung benötigt und die entsprechende Energieausgleichsmenge von steigenden Preisen bei Produkten der Alltagsversorgung aufgefressen wird ;-/
    ups..das ist wieder ein Satz…
    hoffe trotzdem verständlich
    barbara

    Antworten
  4. Hallo Martin ,

    dein Beispiel mit den Panda super gut , hat meine Stimmung und mein Denken für heute postiv verändert.
    Oft bedarf es nur einen kleinen Gedanken an stoß.
    Mache weiter so.

    Bernd

    Antworten

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