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Die Kunst zu verzeihen: Ärger meistern (Teil 1 von 3)

Mag sein, dass Verzeihen uns glücklich machen kann: Einfach ist es nicht.

Vor allem dann nicht, wenn wir wirklich verletzt, wirklich sauer, wirklich verärgert, wirklich wütend sind.

Und doch: Wenn wir nicht verzeihen, schleppen wir den Ärger mit uns herum. Manchmal tagelang. Manchmal jahrzehntelang.

Die Folge? Wir werden empfindlich. Reizbar. Und rasten schnell aus, wenn jemand den Ärger, die Wut, den Zorn in uns berührt.

Ein Teufelskreis also: Je verärgerter wir sind, desto mehr Ärger ziehen wir in unser Leben.

Verzeihen ist die Gegenmedizin.

Aber wie nehmen wir sie am besten ein?

In dem wir als erstes den Ärger kurieren.

Dazu müssen wir die Quelle des Ärgers beseitigen.

Und die besteht NICHT in dem, was uns widerfährt. Sondern in dem, wie wir das „Was“ wahrnehmen.

Wenn uns jemand spöttisch behandelt, wenn uns jemand anlügt oder betrügt, wenn uns jemand schadet oder verletzt, dann mag das Schmerz verursachen. Aber das ist nicht die Ursache unseres Ärgers.

Ärger entsteht, wenn wir uns unterlegen fühlen. Wenn wir uns hilflos fühlen, der Situation nicht gewachsen.

Ärger entsteht in diesem emotionalen Gemengelage als eine natürliche Gegenreaktion.

Ärger macht uns stark.

Ärger hilft uns im Angesicht einer übergroßen Macht, größer zu werden, um zumindest auf Augenhöhe mit unserem Gegner kommen.

Denk mal darüber nach: Wann war das letzte Mal, wann Du sauer warst? Richtig sauer?

Und dann: Was passierte kurz vorher?

Kann es sein, dass es da ein Gefühl des Ausgeliefertseins gab? Ein Gefühl der Schwäche? Des „Kleinerseins“?

Je mehr wir uns bedroht werden, desto lauter kläffen wir – das ist meine These.

Und genau darum fällt es uns so schwer zu verzeihen.

Weil das Vergeben uns wieder schwach machen könnte.

Wenn ich X verzeihe, wie er mich damals behandelt hat, wird er das womöglich nochmal machen.

Wenn ich in dem Streit mit Y nachgebe, werde ich über den Tisch gezogen.

Verzeihen kann nur gelingen, wenn wir das Gefühl der Schwäche „heilen“.

Und mit heilen meine ich: heile machen.

Im Sinne von: Ganz machen.

Es gilt also,die Schwäche mit der Stärke zu vereinen – zu ergänzen, zu komplettieren.

Wie das geht, erfährst Du ab Minute 16.58.

Die zweite Hürde, die wir beim Verzeihen meistern müssen, ist die Frage nach der: Versöhnung.

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